Drei junge ausländische Touristen zogen sich durch Hornstöße schwere Verletzungen zu: Ein 24-jähriger Australier, ein 23-jähriger Franzose und ein 21-jähriger US-Amerikaner wurden von den Stieren auf die Hörner genommen und erlitten jeweils Verletzungen am Oberschenkel.

Bei dem lebensgefährlichen Spektakel werden noch bis zum 14. Juli jeden Morgen sechs Kampfstiere durch die Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt, wo sie abends von Toreros getötet werden. Wie jedes Jahr finden sich Hunderttausende Menschen, darunter viele ausländische Touristen, in Pamplona ein, um das Volksfest mitzuerleben.

Im vergangenen Jahr hatte es bei dem gefährlichen Spektakel insgesamt mehr als 370 Verletzte gegeben. Die von Jahr zu Jahr wachsende Zahl von Menschen in den engen Gassen der Altstadt von Pamplona macht das Stiertreiben immer gefährlicher und chaotischer.

Die spanische Tagezeitung El Mundo kommentierte am Sonntag, der massive Besucherzustrom sei für den Ablauf der Stierhatz gefährlicher als die spitzen Hörner der Tiere. Die Zeitung schlug vor, dass nur noch die traditionell weiß-rot bekleideten erfahrenen Läufer an der Hatz teilnehmen sollten.

Für die nordspanische Stadt Pamplona dürften solche Forderungen allerdings nicht besonders willkommen sein. Denn der Stier-Tourismus bringt der 200.000 Einwohner zählenden Stadt jährlich rund 75 Millionen Euro ein. Nach Schätzungen kommen während des achttägigen San Fermines-Festes bis zu eine Million Menschen in die Stadt.

Die Stadtverwaltung nimmt deshalb gerne die Unbequemlichkeiten in Kauf: Seit Ernest Hemingway mit seinem Roman „Fiesta“ das Spektakel weltweit bekannt machte, toben betrunkene Menschenmassen durch die Straße, lassen aber auch demenstrechend Geld in der Stadt.