So war es Uli Hoeness, der im Fernseh-Interview die Ehre der "großen" Bayern zu retten suchte, als er auf die Frage, ob ihn der Spielverlauf in Getafe ein wenig ans Champions-League-Finale 1999 gegen ManU erinnere, nicht viel mehr als gequält lächeln konnte. Und Trainer Hitzfeld gab zu: "Getafe war besser."

Was war am Donnerstag in Getafe passiert? Der deutsche Rekordmeister und unangefochtene Tabellenführer der Bundesliga hat beim internationalen Debütanten und Tabellenzwölften Spaniens mit Ach und Krach ein 3-3 geschafft. Aber wie!

Was wäre gewesen, wenn der schwache Schweizer Schiri nicht in der fünften Spielminute auf Kloses Umfaller hereingefallen wäre und völlig überzogen Rot zeigte? Ruben de la Red, der beste Spieler Getafes, hätte weiterspielen dürfen, Getafe hätte nicht 115 MInuten lang in Unterzahl kicken müssen. Aber auch so war Getafe nicht nur spielerisch besser als Bayern, sondern sogar läuferisch überlegen – bis zum Schluss.

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MAGAZIN: Steckt Spaniens Fußball in der Krise?

Kommentar: "Selten hat man Oli so emotional gesehen"

Oder was wäre passiert, wenn der Schiri Luca Toni für eines seiner absichtlichen Handspiele schon in der regulären Spielzeit eine gelbe Karte gezeigt hätte, wie dies normal gewesen wäre? Er hätte ihn dann in der Nachspielzeit für seine Tätlichkeit gegen Belenguer nicht nur verwarnen, sondern vom Platz stellen müssen. Wer hätte dann in den letzten fünf Minuten der Verlängerung zwei Tore für die Bayern geschossen? Klose wohl kaum – dessen Spiel war mit seinem Umfaller nach fünf Minuten gespielt, danach sah man ihn nur noch, als er einmal den Ball übers Tor drosch. Vielleicht wieder Ribery, der die Bayern in der 89. Minute mit seinem Treffer überhaupt erst in die Verlängerung rettete?

So bleibt von den Bayern ein Bild spielererischer Unzulänglichkeit, gelungener und versuchter Betrügereien – und der absurde Jubel von Oliver Kahn, der nach dem Spiel aussah, als hätte er einen Krieg verloren, und nicht ein Fußballspiel gewonnen. Zuvor hatte der herausstürmende Torwart-Titan den letzten Angriff seiner Bayern eingeleitet. Kommentar des Fernsehmoderators: "Selten hat man Oli so emotional gesehen." Um ein Haar hätte er ja auch seine internationale Laufbahn in Getafe beendet, einem Vorort von Madrid.

Und Getafe hat gezeigt, dass der spanische Fußball so tief nun auch wieder nicht in der Krise steckt. Ihr Doppelpack zum 3-1 gleich zu Beginn der Verlängerung, als alle Welt mit einem Einbruch Getafes rechnete, hat "ganz Spanien vor Freude weinen lassen", wie die Zeitung "Marca" schreibt. Hätte Torwart Pato den Ball nicht fünf Minuten vor dem Ende der Verlängerung Luca Toni vor die Füße gelegt, man hätte wohl das Spiel mit 3-1 gewonnen und die Bayern bis auf die Knochen blamiert. So mussten dies Klose, Toni und Kahn schon selbst erledigen … fast jedenfalls.

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(Foto: Marca)