George Clooney im Sudan: “Ich rannte um mein Leben! Rundherum krachten Raketen!”

Der Hollywood-Schauspieler (‚The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten‘) besuchte in der vergangenen Woche in seiner Funktion als Menschenrechtsaktivist die Grenzregion zwischen dem Sudan und dem Südsudan, in der es seit Jahren schwelt. Heute wird Clooney vor einem Komitee des US-Senats über seine Reise berichten.

Der attraktive Star und seine Kameracrew wurden Zeugen niedergebrannter Dörfer und sahen mit an, wie Einwohner vor Luftangriffen seitens des sudanesischen Militärs in Höhlen Schutz suchten. In einem Interview mit Ann Curry von ‚Today‘ sprach der mit drei Golden Globe Awards ausgezeichnete Darsteller über sein lebensbedrohliches Erlebnis in der Krisenregion: „Wir kamen in ein Dorf, und rund 150 Leute hatten sich zu unserer Begrüßung eingefunden. Es lag auf der Hand, dass jemand sie über unsere Ankunft informiert hatte… Und auf einmal fingen sie alle an zu rennen.“ Das Filmmaterial über diesen Dorfbesuch zeigte, wie Clooney mit den Dorfbewohner zusammen auf die Höhlen zuläuft, um dort Unterschlupf vor den Geschossen zu finden.

Clooney, der mit anderen Schauspielern wie Brad Pitt und Matt Damon eng mit der Menschenrechtsorganisation ‚Not On Our Watch‘ zusammenarbeitet, gibt der Regierung des Sudans und Präsident Omar Hassan Ahmad Al-Bashir die Schuld an der Ermordung von 39 Menschen im Februar diesen Jahres in dem Dorf, das er besuchte. „Die drei Männer, die für die Kriegsverbrechen in Darfur verurteilt wurden, sind dieselben drei, die auch hier Bomben auf Unschuldige abwerfen ließen“, erklärte Clooney.

Der Guerillakonflikt in der Sudanregion Darfur begann im Jahr 2003, als Gruppen der sudanesischen Befreiungsbewegung Army and Justice and Equality Movement in Darfur zu den Waffen griffen. Sie beschuldigten die sudanesische Regierung der Unterdrückung nichtarabischer Sudanesen.

Der Star, der sich schon seit langem für Menschenrechte einsetzt, will mit seinem sechsten Sudantripp nun Licht in die Kriegsmachenschaften zwischen dem Sudan und dem Südsudan bringen, der unlängst seine Unabhängigkeit erklärte. Clooney beschrieb die Situation als „ethnische Säuberung“, die sich aufgrund von Streitfragen über Ölvorkommen ergeben hätte: „Was sich momentan hier im Sudan abspielt, hat tägliche Auswirkungen auf die Benzinpreise bei uns zu Hause“, erklärte der Menschenrechtler. „Und wenn es uns dabei auch nur um wirtschaftliche Interessen geht, so gibt es mehr als einen Grund, dass es im Interesse der Regierungen aller Länder sein sollte, zu versuchen, Frieden zu stiften.“

Clooney, der mit seiner Aussage über die Situation vor dem Senate Foreign Relations Committee in Washington, D.C., andere dazu ermutigen will, Mitgefühl für das menschliche Leiden in der Region zu empfinden, wird US-Ministerin Hillary Clinton und Präsident Barack Obama im Oval Office treffen. „Man hat ein so enormes Gefühl von Verantwortung. Wir haben als menschliche Rasse nur dann Erfolg, wenn wir auf die Menschen aufpassen, die selbst nicht dazu in der Lage sind“, sagte George Clooney.