Lionel Messi trifft, Arda Turan glänzt, Claudio Bravo weg! “Torwartfrage entscheiden die Ärzte”

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Das war zu erwarten. Der FC Sevilla hat sich mit seinem neuen Trainer Jorge Sampaoli in die Phalanx der Clubs eingereiht, denen es genügt, den großen FC Barcelona fünf Minuten lang unter Druck zu setzen – um dann umso klarer zu verlieren.

Nach dem 0-3 im Rückspiel des spanischen Supercups im Camp Nou sagte der Argentinier nach zwei Toren von Arda Turan und einem Treffer von Leo Messi: “In der ersten Halbzeit hätten wir den Unterschied ausmachen können.” In der Tat hatte Sevilla vor dem 1-0 durch Arda sogar Torchancen, die aber nicht genutzt wurden. Nach neun Minuten war die Herrlichkeit Sevillas mit dem Tor des Türken aber auch schon wieder vorbei. Ein kurzes Feuerwerk, besser gesagt Strohfeuer, auf Kosten eklatanter Abwehrfehler. Später verschoss Sevilla sogar noch einen Elfmeter. Unterm Strich null Tore in zwei Spielen, dafür aber fünf Gegentore. Die Bilanz einer Zweitligamannschaft im Pokal. Sieht so ein Supercup aus. Oder besser gesagt: Sollte so ein Supercup aussehen?

Trainer wie Sampaoli ficht solche Fragen aber natürlich nicht an, sie gehen lieber mit wehenden Fahnen unter, anstatt mit adäquaten, also ihrem Leistungsstand entsprechenden Mitteln zu gewinnen – wie das Atletico Madrid seit Jahren demonstriert. Und so war denn auch Barcas Trainer Luis Enrique nach dem Spiel, das erst um 23 Uhr angepfiffen wurde, wenig enthusiastisch: “Wir haben in der letzten Saison die Liga sowie den Pokal gewonnen, was mach denn da ein Supercup für einen Sinn? Es ist ja klar, dass man auch ans Geschäft denken muss, deshalb gibt es ja den Supercup, aber für mich macht das keinen Sinn. Unser Gegner hat uns gefordert, aber wir haben gewonnen, und das auch verdient.”

“Mit dem, was ich auf dem Platz gesehen habe, bin ich voll und ganz zufrieden…”

Recht hat er. Sevilla konnte als Gegner im Supercup mit Sampaoli genau so wenig gegen Barca ausrichten wie als Gegner im Pokal, damals noch unter Unai Emery. Fakt ist, dass immerhin Barca für die neue Saison gerüstet scheint, auch wenn Sevilla, das schon den europäischen Supercup gegen Real Madrid vergeigte, kein Maßstab sein kann. Luis Enrique dennoch zufrieden: “Mit dem, was ich auf dem Platz gesehen habe, bin ich voll und ganz zufrieden, die Dynamik der Spieler, die von Anfang an dabei waren und die im Lauf des Spiels gekommen sind, hat gestimmt. Sevilla war am Anfang sehr gut, hat Druck gemacht und uns einige Probleme bereitet. Vielleicht hätten sie sogar ein Tor verdient gehabt. Aber unser Torwart Claudio Bravo hat eben alles richtig gemacht.”

Zu seinen bislang vier Neuzugängen sagte Luis Enrique: “Für eine so lange Saison, wie wir sie wieder vor uns haben, brauchen wir 22 oder 23 Spieler, nicht nur elf. Das kann man nur gemeinsam schaffen. So sind wir stärker, wir können auch in komplizierten Momenten gewinnen, die Ansprüche an uns selbst bleiben hoch, und Barca kann auch gar nicht anders funktionieren. Wir werden also das Barca der letzten Jahre sehen und vielleicht sogar noch ein paar mehr Möglichkeiten haben.”

Auf die Frage, ob am Samstag vielleicht schon Marc-André ter Stegen zwischen den Pfosten stehen wird, der seit einigen Tagen an einer Knieverletzung laboriert, wollte sich der Coach wie immer nicht einlassen. Anstatt einfach eine klare Antwort zu geben, sagte er kryptisch: “Das werden die Ärzte bestimmen.” Könnte man daraus ablesen, dass Ter Stegen seine erste Wahl wäre? In den vergangenen zwei Spielzeiten war es jedenfalls Bravo, der in der Liga den Vorzug erhalten hatte. Jetzt wird mit Bravos Transfer zu Manchester City gerechnet. Fortsetzung folgt …

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