Der Eurovision Song Contest steht vor der Tür. Die “Gran Prix” Nummer gilt mittlerweile nicht nur in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern als absolute Kult-Veranstaltung. 

Auch Spanien fiebert seit vielen Jahren dem Schlagerereignis des Jahres entgegen und bemüht sich, das Sonnenland so abwechslungsreich wie möglich zu vertreten. Unvergessen beispielsweise das Superduo “Baccara”, oder die lustigen chicas von “Las Ketchup”, die beim Song Contest vor zwei Jahren allerdings nicht so beeindruckend abräumen konnten, wie mit ihrem Sommerhit “Asejeré”. 2002 hatten die Tomatenmädchen ihren Song mehr als 12 Millionen mal in aller Welt verkauft.

In diesem Jahr fahren die Spanier zur Abwechslung einmal eine ganz andere Schiene. Zwar auch wie immer auf Spanisch vorgetragen, ist die Nummer, die Spanien am 24. Mai in Belgrad vertreten wird, absoluter Humbug. Rodolfo Chikilicuatre (Bild) hat nicht nur einen dümmlichen Nachnamen und ein komisches Aussehen, sondern auch den passenden Song: “Baila el chiki chiki”. Der "Chiki" erinnert stark an Reggaeton, eine lateinamerikanische Musikrichtung, die sich aus Reggae, Dance, Hip-Hop und Merengue zusammen setzt. Das heißt aber nicht, dass der Song irgendwie mitreißend oder gar heißblütig ist. Eher das Gegenteil ist der Fall, Monotonie läßt grüßen.

"El País" zerreißt den spanischen Song

Die spanische Tageszeitung “El País” bemerkt schon fast beschämt: “Wenn wir schon nicht mit tragisch überzogenen Liedern, Folklore oder groβartigen Stimmen gewonnen haben, können wir auch Chikilicuatre ins Rennen schicken. Dann erfahren alle, was wir wirklich vom Eurovision Song Contest halten. Und wir tun alles, um das erbärmliche Spektakel zu sprengen.”.

Deutschland hat seine Erfahrungen mit Blödelsongs bekannterweise schon gemacht. Wer erinnert sich nicht beispielsweise an Stefan Raab, der mit seinem “Wadde hadde dudde da” beim Eurovision Song Contest 2000 immerhin auf Platz fünf landete. 

Die "No Angels" singen für Deutschland

So schickt Deutschland in diesem Jahr die Supergirlyband "No Angels" ins Rennen. Ein weiterer Versuch der einst sehr erfolgreichen Mädchen, mit einem Comeback wieder voll durchzustarten. Das kann aber auch in die Hose gehen. In den vergangenen Song Contest-Jahren landeten die westeuropäischen Länder immer häufiger auf den letzten Plätzen, weil sie sich gegen den “Ansturm aus dem Osten” nicht durchsetzen konnten. Sollte es auch den No Angels so ergehen wie im vergangenen Jahr dem hoch gehandelten Roger Cicero (“Frauen regieren die Welt”), könnte das für die Castingband bald das endgültige Ende bedeuten.

Den spanischen Beitrag darf man sich schon einmal bei uns als Video ansehen: