ETA: Kommando plante Anschlag auf Anti-Terror-Richter

Im Zusammenhang mit der Zerschlagung des ETA-Kommandos "Biskaya" sei es am Donnerstag in der Stadt Getxo zu einer zehnten Festnahme gekommen, hieß es aus Kreisen der spanischen Anti-Terrorpolizei. 

Medienberichten zufolge handelt es sich bei der Festgenommen um die Terroristin Inge Urrutia. Das Kommando soll demnach einen Anschlag auf den Anti-Terror-Richter Fernando Grande-Marlaska geplant haben.

Die ETA-Führung habe den mutmaßlichen Anführer der Gruppe, Arkaitz Goikoetxea Basabe, mit der Planung eines Attentats auf den baskischen Untersuchungsrichter beauftragt, meldete der Sender Cadena Ser am Donnerstag. 

Dies habe Goikoetxea nach seiner Festnahme im Verhör ausgesagt. Medienberichten zufolge hob die Polizei außerdem zwei Waffenlager der ETA in der Provinz La Rioja aus. Ein Waffenversteck wurde den Angaben zufolge bereits am Mittwochabend in dem Wintersportort Valdezcaray entdeckt. 

Neues Waffenversteck gefunden

Nach einem Bericht des Radiosenders RNE entdeckte die Polizei am Donnerstag ein weiteres Versteck in dem Ort Santo Domingo de la Calzada. Ein Polizeisprecher sagte dagegen, dass am Donnerstag keine weiteren Waffen mehr gefunden worden seien.

Bei dem Großeinsatz in der baskischen Provinz Biskaya waren in der Nacht zum Dienstag neun mutmaßliche Mitglieder des gleichnamigen Kommandos festgenommen worden, unter ihnen Goikoetxea. Laut Regierung handelte es sich um "das aktivste, dynamischste und meistgesuchte" Kommando. 

MAGAZIN: Blutiger ETA-Kampf seit 1968

Der Gruppe werden die meisten Attentate der ETA seit dem Ende der Waffenruhe im Juni 2007 zugeschrieben. Erst am vergangenen Sonntag hatte die ETA touristische Ziele im Norden Spaniens attackiert. An Stränden der Region Kantabrien wurden drei Bombenanschläge verübt. Nach Behördenangaben entstand leichter Sachschaden, verletzt wurde niemand.

Die militante Untergrundorganisation kämpft seit fast 40 Jahren gewaltsam für die Unabhängigkeit des im Norden Spaniens gelegenen Baskenlandes. Dabei wurden mehr als 820 Menschen getötet. Die EU und die USA betrachten die ETA als Terrororganisation. 

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