ETA-Bombe am Strand von Torremolinos explodiert

An der südspanischen Costa del Sol ist in der Nähe eines Touristenhotels eine Bombe explodiert. 

Bei der Detonantion in der Nacht zum Dienstag am beliebten Ferienstrand von Torremolinos kam niemand zu Schaden, wie die Polizei des Ortes mitteilte. 

Der private Radiosender Cadena Ser berichtete, die Täter hätten ein Kilogramm Sprengstoff verwendet. Alles weise auf einen Anschlag der baskischen Untergrundorganisation ETA hin. Die Polizei wollte dies nicht sofort bestätigen. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Die Bombe explodiert ohne Vorwarnung

Ein Sprecher der Polizei von Torremolinos sagte, der Sprengsatz sei gegen Mitternacht in der Nähe des Hotels Aloha Puerto an der Strandpromenade detoniert. Auf der Promenade hätten sich zu dem Zeitpunkt auch Passanten aufgehalten. 

Vor der Explosion sei im Vorfeld nicht gewarnt worden, sie sei aber nicht sehr stark gewesen, hieß es weiter. Polizisten und Sprengstoffexperten eilten an den Tatort, um die Ursache der Detonation zu untersuchen.

Bereits am Montagmorgen war ein kleinerer Sprengsatz am Rande einer Autobahn im Baskenland explodiert. Dabei wurden nach Behördenangaben vier Fahrzeuge beschädigt, Verletzte gab es nicht. 

Auch diese Tat wird der ETA zugeschrieben. Vor einer Woche war der spanischen Polizei die Zerschlagung des wichtigsten ETA-Kommandos gelungen, das für bis zu 90 Prozent der Anschläge seit dem Ende der Waffenruhe im Juni 2007 verantwortlich sein soll.

Die militante Untergrundorganisation hat in der Vergangenheit bereits mehrfach Anschläge in der Nähe von Urlaubsorten verübt. Im Badeort Santa Pola in der Region Valencia tötete im Jahr 2002 eine Autobombe zwei Menschen, darunter ein Kind. 

Bei einem Doppelanschlag im Juli 2003 wurden zwei Ausländer im südöstlichen Alicante und im nahegelegenen Benidorm verletzt. Erst am 20. Juli attackierte die ETA Touristenziele in der Region Kantabrien. Bei drei zeitversetzten Explosionen an Stränden zwischen dem baskischen Bilbao und der nordspanischen Stadt Santander wurde allerdings niemand verletzt. 

40 Jahre Kampf für die Unabhängigkeit des Baskenlandes

Seit fast 40 Jahren kämpft die ETA gewaltsam für die Unabhängigkeit des im Norden Spaniens gelegenen Baskenlandes. Dabei wurden mehr als 820 Menschen getötet. Die EU und die USA betrachten die ETA als Terrororganisation. 

Nach seiner Wiederwahl im Frühjahr nannte Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero den Kampf gegen die ETA als einen der Schwerpunkte seiner zweiten Amtszeit. Während der ersten Legislaturperiode des Sozialisten waren Friedensgespräche mit der ETA gescheitert.

Weiter lesen:

NEWS: Ist die ETA bald zerschlagen?

NEWS: Neuer Anschlag geplant? Über 100 Kilo Sprengstoff gefunden

NEWS: Kommando plante Anschlag auf Anti-Terror-Richter

NEWS: Schlag gegen ETA: Kommando bombte auch in Urlaubsorten

NEWS: ETA bombt in baskischen Urlaubsorten