Cristiano Ronaldo: Nutzloses Tor gegen Atletico, Barca-Presse lästert! “Real Madrid im freien Fall”

Carlo Ancelotti hat den Ernst der Lage erkannt. «Das müssen wir schnell wieder in Ordnung bringen», sagte der Trainer von Real Madrid mit besorgter Miene nach der 1:2-Heimschlappe des Champions-League-Siegers im Stadtderby gegen den spanischen Meister Atlético.  Die bisher unroyalen Königlichen haben nämlich nach zwei Niederlagen in den ersten drei Runden der Primera División am Ende noch nie die Nase vorn gehabt.

«Im freien Fall», titelte die Zeitung «Sport», während «Marca» den «katastrophalen Start» beklagte. Zwei Tage vor dem Auftaktspiel der Champions League gegen Basel war am Sonntag im Madrider «Weißen Haus» schon von Krise die Rede – zumal Erzrivale Barcelona beim 2:0 über Athletic Bilbao seinen dritten Sieg einfuhr und als Erster schon sechs Punkte Vorsprung hat. Atlético – gegen das Real jüngst bereits den Supercup verpasst hatte – liegt vier Zähler vorn.

In der Neuauflage des Champions-League-Finales von Lissabon hatte Ronaldo per Foulelfmeter (26.) Atleticos Führungstor durch Tiago (10.) zwar ausgeglichen, doch Arda Turán (76.) machte den Gäste-Coup perfekt. Die 80 500 im Bernabéu pfiffen vor allem Torwart Iker Casillas, der 15-jähriges Liga-Jubiläum feierte, gnadenlos aus. Kein Wunder, ließ doch der seit langem umstrittene Keeper zuletzt sechs von sieben Bällen aufs Tor durch. Aber auch Clubboss Florentino Pérez und Ancelotti wurden ausgebuht.

Der Trainer wird kritisiert, weil er – angeblich auf Druck von Pérez – alle Offensivstars um Ronaldo, Karin Benzema, Gareth Bale, James Rodríguez, Luka Modric und Kroos auf einmal einsetzt und dabei die Defensive vernachlässigt. Kroos soll als Sechser agieren, ist damit aber überfordert. Beim Turan-Tor «hätte Kroos besser decken müssen», meinten viele. Der verletzte Weltmeister Sami Khedira und der zum FC Bayern gewechselte Xabi Alonso werden schmerzlich vermisst.

Fans und Medien gehen mit dem strauchelnden Rekordmeister hart ins Gericht, auch die Statistik verheißt nichts Gutes: Sechs Tore in den ersten drei Runden (es gab auch ein 2:4 bei San Sebastián) kassierten die Königlichen zuletzt 1995. Trotz 66 Prozent Ballbesitz gelang am Samstag in der zweiten Hälfte kein Schuss aufs Tor. Zudem schaffte Atlético erstmals zwei Liga-Siege in Serie im Bernabéu. «Wir haben Geschichte geschrieben», jubelte Verteidiger Diego Godín.

Bei Real sei der Kredit des Champions-League-Triumphs schon verspielt, schrieb «El Economista», der Triumph von Lissabon scheine «Jahrhunderte zurückzuliegen», meinte «Marca». Ancelotti muss sich langsam Sorgen um seinen Job machen. 2005 wurde der brasilianische Coach Vanderlei Luxemburgo nach einem ähnlich schlechten Start schon vor Ende der Hinrunde vor die Tür gesetzt.