Contador düpiert Schleck: “Tour ist noch nicht gefahren”

Die beiden Hauptdarsteller hatten nur wenige Minuten zuvor am legendären Pyrenäen-Gipfel für ein radsportliches Feuerwerk gesorgt, an dessen Ende Schleck zwar den prestigeträchtigen Tagessieg im Ziel der 17. Etappe feiern konnte. Die Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg der 97. Tour de France dürfte aber zugunsten des Vorjahressiegers Contadors gefallen sein.

Mehr als zehn Kilometer lang beharkten sich die beiden Profis im knüppelharten Anstieg des Tourmalet, Schleck versuchte vergeblich, seinen Widersacher abzuschütteln.

Contador sprang einmal kurz weg, konnte den Luxemburger aber ebenfalls nicht distanzieren. Ganz oben fuhren beiden zeitgleich über die Ziellinie. Da war klar: Das Gelbe Trikot ist Contador, der in der Gesamtwertung weiter acht Sekunden Vorsprung auf Schleck hat, in diesem Jahr kaum mehr zu nehmen.

Das wusste auch der Spanier, der seinen Herausforderer gönnerhaft die Wange tätschelte und zwinkerte, als wollte er sagen: Netter Versuch.

"Die Tour ist noch nicht beendet", sagte Contador wenig später dann tatsächlich, "aber das heutige Ergebnis war sehr wichtig für mich. Ich werde am Samstag gute Arbeit abliefern."

Dann steht in Bordeaux das Zeitfahren auf dem Programm, bei dem Contador als klarer Favorit im Gegensatz zu Schleck auf den 52 Kilometer langen Kurs geht. "Andy ist einen sehr schnellen Rhythmus gefahren. Ich konnte abwarten, weil es mir nicht um den Tagessieg, sondern um das Gelbe Trikot in Paris geht", erklärte der Spanier. (dpa, SAZ; Foto: Marca)

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