Boom auf Smartphone-Markt setzt sich fort

Aus den Verkaufsdaten verschiedener Marktforscher wie etwa Kantar Worldpanel ComTech gehen Android (77,9 %) und iOS (10,7 %) als die Spitzenreiter in Deutschland hervor. Und auch im europäischen Vergleich konnten beide Betriebssysteme mit  71,9 % bei Android und 14,6 % bei iOS ihre oberen Plätze behalten. Bisher größter Mitstreiter ist Microsoft mit dem Windows Phone.

Am stärksten bemerkbar macht sich der Aufwärtstrend auf dem europäischen Verbrauchermarkt. Jedes zehnte von Juli bis September in den fünf größten EU-Ländern (Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien) verkaufte Smartphone war den Untersuchungen zufolge ein Windows Phone. Der Verkaufsanteil liegt bei knapp 10 Prozent (2013:9,8%), das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von rund fünf Prozentpunkten (2012:4,6 %). Blackberry hat dagegen in Deutschland wie auch europaweit einen schweren Stand.

Konkurrenz schadet Markführern bisher nicht

Samsung gilt trotz des Patentstreites mit Apple als der beliebteste Smartphone-Anbieter in Deutschland. Von den etwa 60 Millionen Handynutzern besitzen fast 37 Prozent ein Samsung- und rund 11,6 Prozent ein Apple-Gerät.
Seit Ablauf der wichtigsten Branchenmesse, dem Mobile World Congress im Februar 2013 in Barcelona, ist allerdings bekannt, dass die drei Platzhirsche Samsung, Google und Apple in Zukunft viel Konkurrenz bekommen werden. So stellte zum Beispiel die Mozilla Foundation ihr neues Betriebssystem Firefox OS für internetfähige Mobiltelefone auf der MWC vor. Zwar wird es von Mozilla einen App-Store namens Marketplace geben, im Gegensatz zu Google und Apple steht es FirefoxOS-Nutzern jedoch auch offen, andere Programme außerhalb des Stores aus dem Netz zu ziehen. Weiterhin stoßen die chinesischen Hersteller wie Huawei und ZTE auf dem Smartphonemarkt voran. Das von Nokia und Intel verworfene Betriebssystem MeeGo, das in Asien unter dem Namen Jolla auf dem Markt kommen soll, und das russische YotaPhone werden außerdem als mögliche Rivalen gehandelt.

Wie hart der Konkurrenzkampf ausfallen wird, bleibt noch abzuwarten. Bislang dürfte sich Apple an den Gegnern nicht stören, denn trotz des üblichen Abschwunges vor Einführung der neuen iPhone-Modelle 5C und 5S im September 2013 kann der Konzern mit Blick auf das letzte Quartal Q4/2013 auf ein umsatzstarkes Jahr zurückblicken. Mit rund 37,5 Millarden Dollar Umsatz (der Vorjahresumsatz lag bei 36 Milliarden) und einem Gewinn von 7,5 Millarden Dollar (der Vorjahresgewinn lag bei 8,2 Milliarden) konnte Apple neue Rekordwerte verbuchen. Die Verkaufszahlen bei den iPhones sprechen mit 33,8 Millionen für ein äußerst erfolgreiches Quartal, was sich auch in zahlreichen Artikeln über alle das iPhone betreffenden Aspekte äußert. Noch besser lief es im Vergleich nur im ersten Quartal mit 47,8 Millionen verkauften iPhones.

Aufgrund des Verkaufsstarts Ende September konnten die neuen iPhones 5S und 5C nur etwa eine Woche in die Bilanz einfließen. Den Löwenanteil dürfte das Highend-Modell 5S ausmachen. Denn während sich das iPhone 5C als nicht so beliebt wie erwartet erwies, entpuppte sich das iPhone 5S als der erhoffte Verkaufsschlager. Neuesten Ankündigungen zufolge soll Apple aufgrund der hohen Nachfrage nach diesem Flaggschiff seinen Lieferanten sogar darum gebeten haben, die Produktion des goldfarbenen iPhone 5S signifikant zu erhöhen. Nach der Analyse des Unternehmens Localytics zu den Verkaufszahlen nach dem Release der Smartphone-Modelle verkauft sich das iPhone 5 mit 87 Prozent der Verkäufe tatsächlich besser als das iPhone 5C – ein Spitzenwert in der weltweiten Gegenüberstellung. Der Grund für die geringere Abnehmerzahl beim 5C könnte darin liegen, dass es sich bei diesem Modell nicht um das vorhergesagte Schnäppchen handelt. Allein die neue Farbgestaltung reicht nicht als Kaufkriterium. Generell sind Apple-Smartphones nicht gerade für geringes Geld zu haben. Viel günstiger als beim direkten Verkauf bekommt man alle Modelle häufig nur über spezielle Vertragsangebote bei bekannten Mobilfunkanbietern.