Betrug in ganz großem Stil – und wie Sie sich dagegen schützen

HandwerkerNicht jeder Dienstleister ist seriös. Bildquelle: annawaldl / pixabay.com

Viele kennen das glücklicherweise nur aus den Medien: Rohrreinigungsbetrieb verlangt horrende Rechnungen von Kunden! Was bundesweit im Trend liegt, ist zwar kein Einzelfall, sollte aber nicht den gesamten Handwerksstand ins schlechte Licht rücken. Schließlich gibt es eine Vielzahl von Klempnern, die jeden Tag eine gewissenhafte Arbeit machen. Dennoch ist die Angst in einem Notfall, doch an den Abzocker zu geraten, groß.

Staatsanwaltschaften und Verbraucherschützer berichten bereits seit Längerem über die betrügerische Masche, die den Menschen Hunderte von Euro zu viel für geleistete Arbeit abknöpft. Selbst von organisiertem Vorgehen im großen Maßstab ist die Rede. Doch wie überall in der Natur, folgt auf eine Aktion auch immer eine Reaktion. Als solche kann das Portal Notprofi.de betrachtet werden. Diese vermitteln ausschließlich geprüfte und verlässliche Klempner, etwa in Bremen. Egal ob im Falle eines Notdienstes oder für allgemeine Aufgaben. Jederzeit lokal erreichbar und mit Preisgarantie, wird sich hier gegen die Abzocke und gegen Betrügereien gestemmt.

Denn letztendlich geht es dem Betroffenen ja nur um die Lösung in einem Notfall. Da dann oftmals Stress und Zeitdruck herrscht, wird dann bei der Internet-Suche der erst Beste gewählt. Dass dieser nicht immer auch der Verlässlichste ist, kann nicht ausgeschlossen werden. Zwar gibt es ein paar Anhaltspunkte, mithilfe dessen sich die Spreu vom Weizen trennen lässt – die wenigsten nutzen diese jedoch.

Wer einen sanitären Notfall hat und einen Spezialisten für Rohrreinigungen braucht, sollte bei der Auswahl Sorgfalt walten lassen. Zu Beginn hilft der Blick auf die Telefonnummer. Es gilt reine Handynummern sowie 0800er-Nummern zu meiden. Als Zweites ist auf der betreffenden Internetseite das Impressum zu suchen. Ähnlich wie bei Online-Anbietern im Bereich der Glücksspielindustrie, sind hier wichtige Daten vermerkt. Beim Rohrreinigungsbetrieb etwa die verantwortliche Person sowie die genaue Adresse. Sind hier keine Angaben zu finden oder steht dort lediglich der Hinweis „in Arbeit“, ist die beste Wahl, umgehend einen Neuen zu suchen.

Grundsätzlich sind die Texte auf einer Webseite für Rohrreinigungen schnell geschrieben. Ob diese tatsächlich der Wahrheit entsprechen, kann kaum geprüft werden. Daher ist das persönliche Gespräch wichtig. Hier kann mit dem Gesprächspartner konkret über die Notsituation gesprochen und klare Vereinbarungen getroffen werden. Hierzu zählen die Dauer und Kosten der Anfahrt, der Preis für die Rohrreinigung sowie die Bezahlung auf Rechnung. Wird eine dieser Fragen nicht konkret oder ausweichend beantwortet, ist ebenfalls die Suche nach einer Alternative angebracht.

Denn häufig kommt es vor, dass der Betroffene bei einer Vermittlungszentrale landet. Diese sind zwar freundlich, treffen allerdings keine Aussagen zu Preis, Anfahrtsdauer oder Bezahlmodalitäten. Häufig vermitteln diese den Kontakt schlicht an Handwerker, die nicht lokal sind und daher eine sehr weite Anfahrt haben. Ebenfalls zeigt sich in diesem Kontext, dass die Handwerker schlecht ausgebildet sind und auch über keine vernünftige Technik verfügen. Dennoch werden hier sehr hohe Kosten erhoben, wie etwa das Gerichtsverfahren in Kleve zeigt. Hier wurde eine solche Vermittlungszentrale vor Gericht gebracht. Dabei ging es um einen Wert von 16 Millionen Euro.

Aus dem was den Staatsanwälten deutschlandweit bekannt ist, handelt es sich bei vielen Betreibern solcher Netzwerke um kriminelle Machenschaften. Aktuell gehe man im Bundesgebiet von fünf bis sieben solcher Strukturen aus. Die Hintermänner sind oftmals nicht auffindbar und wechseln ständig die Anschriften. Wird eine Firma „erwischt“ ist diese meist schon abgemeldet und irgendwo anders unter neuem Namen angemeldet. Bekannt ist das seit Jahren – doch nun können diese auch zur Verantwortung gezogen werden.

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