Barça-Krise: Rijkaard gibt Kritikern recht, Real stänkert

Kein Ende der Barça-Krise in Sicht, die Polemik um die "Schwarzen Schafe" im Team geht gnadenlos weiter.

Jetzt hat sich Trainer Frank Rijkaard zu Wort gemeldet, dem seit langem Führungsschwäche vorgeworfen wird. Sein Statement ist alles andere als souverän: "Ich sage nicht, dass Edmilson unrecht hat – aber er hätte sich hinter verschlossenen Türen beschwerden sollen." Edmilson hat also recht? Für alle Barça-Fans ist das eine richtige Watsche.

Denn Edmilson hatte im katalanischen Fernsehen ausgepackt. Demnach seien Geld, Ruhm und Frauen das, was einigen Spielern des FC Barcelona wirklich durch den Kopf ginge.

Eine Umfrage der Barcelona-nahen Zeitung "Sport" brachte zu Tage, dass 55 Prozent der Fans Ronaldinho als das "Schwarze Schaf" ausmachen, gefolgt von Edmilson und Márquez. Auch Etoo, Messi und Rijkaard wurden genannt.

Guti: Bei Real Madrid gibt es keine Schwarzen Schafe

Edmilson hatte angeprangert, dass einige Spieler lieber auf das Training verzichten, um Werbetermine oder geschäftliche Treffen vorzuziehen. Kein Wunder, dass die aktuelle Krise bei Barça ein gefundenes Fressen für den Erzrivalen Real Madrid ist. Mittelfeldmann Guti sagte in "Marca" süffisant: "Bei uns gibt es keine Schwarzen Schafe. Alle halten zusammen und wollen Titel gewinnen." Und Trainer Bernd Schuster sagte gelassen: "Von außen sieht es doch gar nicht so schlimm aus bei Barcelona …"

Allerdings wollte Edmilson, seit Sommer verletzt, keine Namen nennen. Immerhin sagte er, worum es den schwarzen Schafen vor allem gehe: "Wir haben ein paar Spieler, denen Geld, Ruhm, Frauen und leichte Dinge einfach wichtiger sind als die wahren Werte." Eine Therapie für die schwarzen Schafe hat Edmilson parat: "Kapitän Puyol sollte einigen an die Gurgel gehen."

Der FC Barcelona spielt am Samstag um 20 Uhr gegen Recreativo Huelva. Man darf gespannt sein, wie das gereizte Publikum im Camp Nou auf die Schafherde Barça reagiert …

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