Bankenchefs müssen zahlen

Die offizielle Beschuldigung lautet, Kreditkartenbetrug mit so genannten schwarzen Kreditkarten. Die sollen dazu benutzt worden sein, insgesamt etwa 15 Millionen Euro am Finanzamt vorbeigeschleust zu haben. Nachdem der Betrug aufgeflogen war, folgte jetzt die Verurteilung der beiden ehemaligen Bankenchefs Rodrigo Rato und Miguel Blesa. Sie wurden dazu verurteilt, den Schaden zu begleichen. So soll Rato drei Millionen Euro, Blesa sogar 16 Millionen Euro zurückzahlen. Dabei sind, laut unterschiedlichen Medienvertreter, 86 Personen in den Vorfall verwickelt. Wer noch alles zu den Betrügern zählt und ob diese auch Strafzahlungen zu erwarten haben ist derzeit noch völlig offen.

Gemeinschaftsgedanke soll aus Bankenkrise helfen

Seit der Verstaatlichung der Großbank Bankia im Jahr 2012, verbuchte diese gleich einen Jahresverlust von 19 Milliarden Euro. Eine harte Aufgabe also, die Bank aus der Krise zu führen. Die Zukunft soll dennoch rosig werden, ist sich zumindest der neue Bankchef, José Ignacio Goirigolzarri, sicher.  Er appelliert in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) an das Gemeinschaftswohl der Kunden und Investoren und verspricht, die Bankia-Bank raus aus den Schulden und damit in eine positive Zukunft zu führen. 

Europäisches Rettungspaket beantragt

Ob das gelingt bleibt weiter fraglich, denn die Kunden sind mit guten Worten längst nicht besänftigen. Sie protestieren dieser Tage vor dem Gericht und verlangen eine gerechtere Strafe für Rato. Er trage als ehemaliger Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) und damaliger Wirtschaftsminister eine besondere Schwere der Schuld. Das Vertrauen der Kunden in das Bankensystem ist erschüttert.

Doch nicht nur der persönliche, auch der wirtschaftliche Schaden wiegt schwer. Im Zuge der Bankenkrise musste Spanien ein Rettungspaket von Europa beantragen in einer Höhe von 41 Milliarden Euro. Es bleibt abzuwarten, wie sich Spanien von dieser Krise auf dem Finanzsektor wieder erholen kann und wird.