Autobombe in Pamplona: Es hätte ein Massaker werden können

Mittlerweile spricht man von 28 Verletzten, die in verschiedene Krankenhäuser in der Provinz Navarra eingeliefert worden sind. 

Die meisten Opfer sind nur leicht verletzt und haben in erster Linie Schnittwunden davongetragen. Am Freitag sind viele bereits wieder aus den Krankenhäusern entlassen worden. 

Dennoch hätte die 80 Kilo schwere Bombe ein reines Massaker an der Universität Navarra auslösen können.

Diverse Radiosender berichteten von der Explosion einer Autobombe auf einem Parkplatz, keine 40 Meter von den Unterrichtsräumen entfernt. 

Studenten der Universität erzählten, völlig unerwartet eine enorme Explosion gehört zu haben und aus dem Gebäude gerannt zu sein. Keiner wusste so recht, wohin, viele weinten, oder nahmen die Bilder des Feuers mit ihren Handys auf.

Die Explosion ereignete sich in der Nähe des Hauptgebäudes, sagte eine Mitarbeiterin der Uni. Ein durch die Explosion ausgelöstes Feuer habe weitere Fahrzeuge in Brand gesetzt. Aus den angrenzenden Gebäuden wurden nach Universitätsangaben 400 Menschen in Sicherheit gebracht. 

Der Attentat wird der baskischen Terrororganisation ETA zugeschrieben. Wie jetzt bekannt wurde, habe ein anonymer Anrufer in der baskischen Provinz Álava telefonisch vor einem Anschlag auf dem Campus gewarnt. 

Mit keinem Wort wurde allerdings erwähnt, dass der Attentat in der Nachbarprovinz Navarra, an der Universität Pamplona, geplant sei. 

Polizei und Feuerwehr machten sich umgehend auf den Weg zum Campus in Vitoria (Álava), während um 11 Uhr die Autobombe in Pamplona explodierte. Keiner hatte dort mit einem Anschlag gerechnet.  

Auf die Universität von Navarra in Pamplona wurden in der Vergangenheit bereits sechs Anschläge verübt. Zuletzt waren im Mai 2002 bei der Explosion einer Autobombe drei Menschen leicht verletzt worden. 

Die spanische Polizei hatte am Dienstag vier mutmaßliche Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA festgenommen und damit nach eigenen Angaben einen Anschlag verhindert. 

Die ETA kämpft seit fast 40 Jahren gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes. Dabei wurden mehr als 820 Menschen getötet. Seit die ETA im Juni 2007 einen Waffenstillstand aufkündigt hatte, nahm die Zahl der Anschläge wieder zu.

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