Artenschutz oder Fischfang: “Spanien tötet zu viele Haie”

175 Staaten werden sich in Katar vom 13. bis 25. März darum streiten, ob weitere afrikanische Länder Elfenbein verkaufen dürfen oder ob Haifische geschützt werden sollen.

WEBLINK: Klaus Jost fotografiert bedrohte Meerestiere

Allein in Europa sind nach Angaben der EU-Kommission rund ein Drittel der Haiarten wegen Überfischung bedroht. Grund sei vor allem eine starke Nachfrage nach Haiflossen auf dem asiatischen Markt.

"Insbesondere Spanien spielt eine große Rolle für den Haifischflossenfang", kritisiert Ralf Sonntag, Direktor Deutschland beim Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW).

"Jetzt werden die Weichen gestellt, wie sich die Ökosysteme im Meer entwickeln", betont Sonntag. Wegen der begehrten Flossen seien viele Haiarten in den vergangenen 50 bis 60 Jahren um 70 bis 80 Prozent reduziert worden.

74 der rund 400 beschriebenen Haiarten seien auf der Roten Liste bedrohter Tiere. Ein Kilo Haiflossen bringe bis zu 550 Euro auf dem Markt.

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) begrenzt den Handel mit bedrohten Tieren und Pflanzen. Besonders viele Anträge gibt es dieses Jahr für gefährdete Meerestiere.

"Wir sehen, dass Fischbestände weltweit bedroht sind. 75 Prozent sind in einer ungünstigen Erhaltungssituation", erläutert der Referatsleiter Artenschutz im Bundesumweltministerium, Gerhard Adams.

"In vielen Ecken der Welt gibt es überhaupt kein Fischereimanagement in anderen ein schlecht funktionierendes, und dazu kommt noch die illegale Fischerei. Der Bedarf an Meeresfischen nimmt dagegen weiterhin zu."

Schon die letzte Artenschutzkonferenz 2007 in Den Haag habe sich daher für ein stärkeres CITES-Engangement beim Schutz von Meeresfischen ausgesprochen.

So nimmt Deutschland einen neuen Anlauf, um Dorn- und Heringshai besser zu schützen. Diese kommen auch in deutschen Gewässern vor und landen als Schillerlocke, Fish and Chips oder Hai-Steak auf den Tellern.

Nach dem Willen Deutschlands sollen diese Haie nur aus solchen Beständen gefangen werden, die dadurch nicht zerstört werden. Gleiches beantragten die USA für sechs weitere Haiarten. (SAZ, dpa)

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