Anrüchig, sexy, elegant: Meisterwerke von Helmut Newton

Er führte Sex in die Welt der Modefotografie ein und stand für die radikale Stiländerung der Publikationen, an denen er mitwirkte. 

Der 1934 in Berlin geborene und 2004 in Los Angeles gestorbene Newton sorgte für eine regelrechte Revolution in der Fotografie.

Anrüchige, verruchte und fetischistische Motive waren kein Tabu mehr, sie mussten allerdings eine Voraussetzung erfüllen, die Newtons Bilder charakterisiert: sie sind stets elegant.

Seine Aufnahmen von schönen – und nicht selten recht kurvigen – Frauen in luxuriöser Umgebung machen Helmut Newtons eigene Marke aus, die auch gerne von Kollegen wie Herb Ritts oder Terry Richardson übernommen wurde.

Ab dem 30. Oktober bis zum 27. November wird die Madrider Galerie “La Fábrica” 18 bedeutende Werke des Meisters ausstellen, darunter elf Fotolitografien der Serie “Special Collection”, fünf Fotos des Portfolio “Cyberwomen” (2000) und drei Vintage-Motive: “Parlour Games” (1991), “Domestic Nude” und “Teacher and Slave” (1990).

Aufnahmen von Helmut Newton lassen niemanden unbewegt. Die Modestudien, die er in den 70er Jahren für bedeutende französische und italienische Zeitschriften angefertigt hatte, waren faszinierend, innovativ und anrüchig. Bereits in jener Zeit spielte die Erotik in seinen Bildern eine groβe Rolle, etwas ungewöhnlich für jene Epoche.

Seine Fotos sind unverkennbar “Helmut Newton”, sie zeichnen sich aus der Masse ab und sind gespickt mit Glamour, Verfügung und Eleganz. 

Newton, der "Voyeur" der Modewelt

Newton war der “Voyeur” der Modefotografie. Nicht selten war er diversen Kritiken konservativer Verfechter alter Werte ausgesetzt, die den weiblichen Akt nicht in der Modewelt sehen wollten.

Aber auch die Technik, die Helmut Newton einsetzte, war innovativ. Er gilt als Pionier auf dem Gebiet der Fotoreportage, bei der so wenig Licht wie möglich eingesetzt wird. In zahlreichen Studien untersuchte er unter anderem das zwielichtige Ambiente der Prostituierten, Abende in Bars und das nächtliche Paris. 

Unsere Bildergalerie zeigt einige der Werke, die ab dem 30. Oktober in Madrid ausgestellt werden.