6 interessante Fragen & Antworten zu besicherten Anleihen

Wallstreet in New YorkAn der Börse werden besicherte Anleihen gehandelt. Bildquelle: 272447 / Pixabay

Besicherte Anleihen sind in Deutschland unter dem Begriff Pfandbrief bekannt und verkörpern festverzinsliche Wertpapiere. Wir erklären, die Funktion und Wirkung dieser Form der Anleihe.

Wie lassen sich besicherte Anleihen definieren?

Besicherte Anleihen – auch Covered Bond genannt – sind festverzinsliche Wertpapiere, die sich von den gängigen Anleihen in einem bestimmten Punkt unterscheiden. Die besicherte Variante der vermögenswirksamen Ressource ist durch in der Bilanz der emittierenden Bank befindlichen Forderungen gedeckt. Dabei sind diese Forderungen in den meisten Fällen im Grundbuch eingetragene Hypothekar-Kredite an Firmen und Privatpersonen.

Im deutschsprachigen Raum ist diese Form der Anleihe besser unter der Begrifflichkeit Pfandbrief bekannt und weist eine gewisse Langlebigkeit auf den Finanzmärkten auf. Vor der großen Weltfinanzkrise im Jahr 2008 wurden die Pfandbriefe von etablierten Beteiligungs-Aktiengesellschaften und anderen Branchenvertretern mit großer Sicherheit in Verbindung gebracht. Allerdings verspekulierten sich zahlreiche Banken am US-amerikanischen Immobilienmarkt und raubten den besicherten Anleihen die bis dato gut ausgeprägte Reputation.

Wie sieht in der heutigen Zeit die rechtliche Situation der Covered Bonds aus?

Im europäischen Raum, speziell in Deutschland und Österreich, gelten schon relativ lange ausgeprägte Gesetze für diesen Bereich der Branche. Das Pfandbriefgesetz respektive Hypothekenbankgesetz hat früh rechtliche Normen und Standards festgelegt, die über die Ausgabe von Pfandbriefen, deren Deckungsmasse und die staatliche Aufsicht der Emittenten wacht.

Darüber hinaus werden nach deutscher Gesetzgebung werden Kredite ganz oder zum Teil in ein Deckungsregister eingetragen. Der Vorgang und die Ausführung dieser rechtlichen Bestimmung werden von einem Treuhändler überwacht. Sollte es zu einer Insolvenz der Pfandbriefbank kommen, werden die Deckungsmasse und die entsprechenden Pfandbriefe nicht in das Insolvenzverfahren einbezogen. Viel mehr verwaltet ein zuständiger Sachwalter diese Angelegenheit separat.

Hat die Europäische Union irgendeine Form von Gesetzesentwurf vorgelegt?

Die EU-Kommission hat im Jahr 2014 einen gesetzlichen Vorstoß gewagt, der die Covered Bonds-Regulierung harmonisieren soll. Das Regelungspaket war der Grundstein dafür, dass die Märkte für Schuldverschreibungen in der gesamten EU gestärkt sind.

Welches Prinzip verbirgt sich hinter einer besicherten Anleihe?

Um den Vorgang zu verstehen, lohnt es sich, ein Beispiel aus der Praxis zurate zu ziehen. Idealweise empfehlen sich an der Stelle Kredite, da diese tagtäglich besichert werden. Durch diese Besicherung von handelbaren Wertpapieren mit Bankkrediten besteht die Möglichkeit, die entsprechenden Kredite zu kaufen und zu verkaufen. Der gesamte Prozess wird auch als Kreditverbriefung betitelt und dient dazu, das Risiko der Wertpapiere um ein Vielfaches zu verringern.

Wie sieht diese Risikominimierung konkret aus?

Da die Wertpapiere mit einer Reihe von Krediten besichert werden, bekommen die Käufer nicht die volle Auswirkung zu spüren, falls ein einzelner Kredit nicht zurückgezahlt wird. So jedenfalls lautet die Theorie. Falls jedoch ein Großteil der Darlehen nicht getilgt wird, klafft ein gigantisches Loch auf, das auch in einem Horrorszenario wie im Jahr 2008 enden kann. Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass sich solch ein Szenario nochmals wiederholt, da Banken und Institutionen mittlerweile ihre finanzielle Kraft auf mehre Bereiche verteilt hat.

Gibt es noch andere Arten der besicherten Anleihen?

Wenn über Covered Bonds gesprochen wird, sind die sogenannten Asset Backed Securities nicht weit. Dabei handelte es um forderungsbesicherte Wertpapiere. Das Prinzip hinter dieser Form der besicherten Anleihen sieht so aus, dass das Geld für Zins und Tilgung seinen Ursprung in Krediten hat. Die Vergabe der jeweiligen Finanzspritzen unterliegt unterschiedlichen Zwecken, die sich je nach Unternehmen und Verbraucher definieren.

Diese Wertpapiere sind in aller Regel von Papieren abgegrenzt, die ihre Absicherung aus Hypothekenkreditzahlungen schöpfen. Hypothekenbesicherte Wertpapiere werden wiederum im Allgemeinen als Mortgage-Backed-Securities bezeichnet.

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