27. Juni wird Terror-Gedenktag, Opfer wollen mehr Geld

Hunderte Überlebende litten weiter an Traumen und anderen Folgeschäden, hieß es am Donnerstag anlässlich des sechsten Jahrestages der Attentate vom 11. März 2004.

Dabei waren 191 Menschen getötet und rund 2000 verletzt worden. Bislang hat der Staat knapp 306 Millionen Euro an Hilfen für die Opfer und die Hinterbliebenen gezahlt.

Spanien schulde den Toten und Verletzten des schlimmsten Terrorangriffs in der Geschichte des Landes Respekt, sagte die Vorsitzende des größten Opferverbandes, Pilar Manjón.

Sie selbst hatte bei den Anschlägen ihren 20 Jahre alten Sohn verloren. „Sie haben ihr unschuldiges Leben für die Demokratie unseres Landes geopfert“, erklärte sie bei einer Gedenkveranstaltung am Madrider Bahnhof Atocha, wo damals Dutzende Menschen starben.

Auch das Parlament gedachte der Opfer. Einstimmig erklärten die Abgeordneten zudem den 27. Juni zum nationalen Gedenktag für die Opfer des Terrorismus. Das Datum erinnert an ein 22 Monate altes Mädchen, das bei einem Anschlag der baskischen Untergrund-Organisation ETA am 27. Juni 1960 getötet worden war.

Am 11. März vor sechs Jahren hatten islamistische Bombenleger 13 Sprengsätze in vier voll besetzten Pendlerzügen im Raum Madrid deponiert. Zehn Bomben explodierten im morgendlichen Berufsverkehr.

Sieben mutmaßliche Bombenleger sprengten sich drei Wochen später selbst in die Luft, als sie in einer Wohnung von der Polizei umstellt waren.

21 weitere Mitglieder der Terrorzelle wurden im Oktober 2007 zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Vier Verurteilte wurden im Juli 2008 in einem Berufungsprozess freigesprochen. (SAZ, dpa)

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