Mann der an Ebola infizierten Krankenschwester will klagen

In Madrid sorgte der Fall der an Ebola infizierten Krankenschwester für Furore. Erst standen die laschen Sicherheitsvorkehrungen der Behörden auf dem Prüfstand, dann demonstrierten Hunderte von Menschen vor der Haustür, um den Hund der Krankenschwester vor dem Einschläfern zu bewahren. Er galt als großen Übertragungsrisiko für Ebola und wurde deshalb zwangseingeschläfert. Und nun bahnt sich schon die nächste Krise an. Der Mann der Krankenschwester will klagen, weil seiner Meinung nach „die Bewältigung der Ebola-Krise ein großes Pfuschwerk war“.

Sicherheitslücken in der Klinik?

Dabei beruft er sich auf unterschiedliche Berichte der Politiker und Medien die indirekt seiner Frau eine Mitschuld an ihrer Erkrankung gegeben hatten. Diese hatte sich während der Behandlung eines Ebola-Infizierten angesteckt, als dieser zur Behandlung in eine spanische Klinik verlegt worden war. Dabei wollten sich die Behörden nun scheinbar nicht eingestehen, dass es Sicherheitslücken um Schutz der behandelnden Ärzte und Schwestern gab und versuchten vielmehr, der Krankenschwester eine zu lasche Auslegung der Sicherheitsvorschriften anzuhängen. Zu viel für den Ehemann und ihre Familie. Der gibt in einem Interview zwar an froh zu sein, dass sich seine Frau auf dem Weg der Besserung befindet und bei ihr keine Erreger des Virus mehr im Blut nachgewiesen werden konnten. Gleichzeitig wehrt er sich aber gegen das Vorgehen der Verantwortlichen und will den guten Ruf seiner Ehefrau wieder herstellen.

Ehemann weiter aus Isolierstation

Die Spanierin gilt als erste Ebola-Infizierte in Spanien überhaupt und Europaweit. Noch ist die Gefahr einer weiteren Ansteckung noch nicht vollkommen gebannt, weshalb sich ihr Ehemann weiter auf der Isolierstation einer Klinik in Madrid befindet. Trotzdem zeigt sich der kämpferisch und erklärt „Ich werde meinen letzten Blutstropfen dafür hergeben, ihre Ehre und Würde zu verteidigen.“ Es bleibt zu hoffen das er dies schon bald machen kann und bei ihm die Krankheit nicht ausbricht. Diese hat bislang rund 5.000 Todesopfer gefordert. Eine doppelt so große Menge an Menschen gilt bereits als infiziert und so rechnen Experten noch mit einem deutlichen Anstieg der Opfer bis Mitte nächsten Jahres. Dann soll die Verbreitung von Ebola endlich in den Griff zu bekommen sein. Ob dies gelingt bleibt abzuwarten.



Video: http://www.youtube.com/embed/mloG4sJWojg / Text: SAZ