LKW-Streik: Regierung scheitert, Polizei verhaftet 71 Fahrer

Noch am Dienstag hatte die Regierung ein Ende des Streiks in Aussicht gestellt – aber daraus wurde nichts. Stattdessen zündeten Streikposten in Alicante einen Kollegen an, den sie für einen Streikbrecher hielten.

Spaniens Regierung unter José Luis Zapatero (Bild) kündigte jetzt einen harten Kurs gegen die streikenden Lastwagenfahrer an. Was mit Verhandlungen nicht klappte, soll die Polizei regeln.

Die Lieferung von wichtigen Gütern wie Treibstoff, Lebensmitteln und Medikamenten sowie von Ersatzteilen für die Autoindustrie werde notfalls durch Polizeieskorten durchgesetzt, sagte Innenminister Alfredo Perez Rubalcada. Seit Dienstag seien 71 streikende Lastwagenfahrer festgenommen worden.

Nach zweitägiger Blockade des spanisch-französischen Grenzübergangs bei Perthus beseitigte die Polizei die Lkw auf spanischer Seite. Die französischen Lastwagenfahrer hoben ihre Blockade auf. Die Lastwagenfahrer in Spanien und Portugal streiken gegen hohe Treibstoffpreise. Sie haben damit ein Verkehrschaos ausgelöst und beispielsweise die Versorgung Madrids mit Fleisch, Fisch und Früchten fast völlig zum Erliegen gebracht.

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Produktion bei Mercedes, Renault und Peugeot liegt lahm

Die polnischen Lastwagenfahrer solidarisierten sich am Mittwoch mit einem vorübergehenden Streik auf den Straßen des Landes mit ihren südeuropäischen Kollegen. In den Niederlanden kündigten Lastwagenfahrer Protestaktionen für Donnerstag an.

Die Proteste der spanischen und portugiesischen Lastwagenfahrer gegen die hohen Dieselpreise haben zu Produktionsausfällen bei der Autoindustrie geführt. Aufgrund fehlender Ersatzteile musste am Mittwoch in spanischen Fabriken der Marken Mercedes, Seat, Nissan, Renault und PSA Peugeot Citroën die Produktion ganz oder teilweise eingestellt werden.

Die meisten Flugzeuge in Lissabon konnten nicht mehr mit Treibstoff versorgt werden. In vielen spanischen Supermärkten gab es keine frischen Produkte mehr. In Portugal klagten die großen Supermarktketten über Milchknappheit.

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Bild: NULL / Text: SAZ