Lionel Messi enteilt, Cristiano Ronaldo will Neymar schlagen! Und Sevilla?

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Die Saison ist für Real Madrid eigentlich schon gelaufen, oder? Besser gesagt: Die Liga. In der laut Eigenwerbung „besten Liga der Welt“ sind die Königlichen derzeit jedenfalls 14 Punkte hintendran. Das ist schon schlimm. Aber fast noch schlimmer ist: Sie sind 14 Punkte hinter dem FC Barcelona, der einsam und alleine seine Bahnen in Richtung Meisterschaft zieht.

Fakt ist: Einen so großen Vorsprung hat in Spanien noch nie ein Team verspielt. Historisch gesehen ist die Sache also bereits entschieden. Wetten würde man allerdings nicht darauf. Denn allzu oft in dieser Saison hat Barca ja nur deshalb gewonnen, weil im Tor Marc-André ter Stegen mit Glanzparaden den Kasten sauber hielt. Und weil vorne wie seit gefühlten Jahrzehnten Lionel Messi für Tore sorgt. Nicht auszudenken, sollten diese beiden Stars einmal ausfallen. Was würde wohl aus Barca werden?

Wann immer Bale über 90 Minuten gehen muss, ist er hinterher verletzt

Dazu kommt, dass bei Real seit Wochen die Goalgetter Cristiano Ronaldo und Karim Benzema unter einer bislang nicht gekannten Torflaute leiden. Beide Stürmer blieben bislang weit unter ihren Möglichkeiten. Ob das auch für Gareth Bale zutrifft, ist nicht ganz klar. Wann immer der Waliser über 90 Minuten gehen muss, ist er hinterher verletzt – sagen Spötter. Zuletzt kickte Bale vor drei Monaten über die volle Distanz – und Real verlor prompt mit 0:1 zuhause gegen Betis Sevilla.

Sollten die drei Klassestürmer allerdings tatsächlich wieder treffen, könnten wie wie in der Vorsaison Großes leisten. Darauf wetten, dass Real im Staub versinkt, sollte man vielleicht lieber nicht. Wie auch immer: Für Real geht das neue Jahr schon wieder mit einem Knaller los. Bei Celta Vigo schieden die Königlichen im Vorjahr in der Copa del Rey aus, dort muss man jetzt am Sonntag, 7. Januar, drei Punkte holen, um nicht noch weiter hinter Barca zurück zu fallen.

Zumal Barca am gleichen Tag ein leichtes Auftaktspiel ins neue Jahr erwischt hat: Gegen Aufsteiger Levante wäre alles andere als ein Sieg eine Überraschung. Darauf, so viel scheint sicher, kann man getrost wetten. Zumal bei Barca der frühere Dortmunder Ousmane Dembelé nach seiner schweren Sehnenverletzung im Spätsommer wieder fit zu sein scheint. Der Ex-Borusse wird zeigen wollen, dass er die mehr als 100 Millionen Euro Ablöse, die Barcelona für ihn bezahlt, auch wert ist.

Atletico Madrid bekommt es mit Lleida zu tun

Schon vorher aber müssen die Profis im Pokal ran. Der könnte in dieser Saison für Real wertvoller denn je werden. Denn wenn die Liga wie erwartet schon jetzt vergeigt ist, wäre ein Sieg im Pokal, vor allem in einem Finale gegen Barcelona oder Atletico Madrid, Gold wert. Real muss im Achtelfinale am 4. Januar in Numancia zum Hinspiel antreten, Barca kickt dafür im komplizierten Vigo (das, wie gesagt, im Vorjahr Real Madrid ausgeschaltet hatte). Atletico Madrid bekommt es mit Lleida zu tun, das Viertelfinale kann also getrost eingeplant werden. Zumal in Spanien die Favoriten wegen der Austragung mit Hin- und Rückspielen der Favorit eher bessere Chancen hat, sich durchzusetzen. Kaum zu glauben jedenfalls, dass Atletico in zwei Spielen gegen Lleida nicht die Oberhand behalten sollte.

Bis die Champions League im Februar wieder losgeht, ist der Pokal schon eine Runde weiter. Dann allerdings schlägt vielleicht doch noch die große Stunde für Real. Denn in der Königsklasse haben es die Königlichen am 14. Februar mit Paris Saint Germain zu tun, die mit ihrem Superstar Neymar in Frankreich keinen wirklichen Gegner mehr haben und endlich einmal für die investierten Millionen einen internationalen Titel sehen wollen. Neymars spontante Reaktion auf die Auslosung: „Das wird ein vorgezogenes Finale, es kommt vielleicht zu früh.“ Für beide Teams wird es jedenfalls die so oft bemühte Standortbestimmung. Kommt man eine Runde weiter, gehört man mit Fug und Recht zu den Topfavoriten in dieser Saison. Auch wenn Manchester Citys Trainer Pep Guardiola erklärt: „Der Favorit ist immer das Team, in dem Lionel Messi spielt.“ Das tut er allerdings schon seit Jahren beim FC Barcelona, die Sieger kamen allerdings in den letzten vier Jahren dreimal aus Madrid. Jeweils von Real.

„Real pflegt seine Endspiele zu gewinnen…“

Können Cristiano Ronaldo, Toni Kroos & Co ihren dritten Titel in Serie holen? Ein Kunststück, das im Format der Champions League noch keinem Club gelungen ist. Real ist derzeit schließlich sogar das einzige Team, das den Titel überhaupt jemals verteidigen konnte. Die Chancen für einen Wetterfolg sind wohl dennoch höher als in der Liga. Denn Finalspiele sind die Spezialität Reals. Dessen Präsident Florentino Perez sagte zuletzt nach dem Gewinn der zweiten Club-WM in Serie: „Real pflegt seine Endspiele zu gewinnen.“

Barcelona hat es zudem mit einem schweren Gegner zu tun: Der FC Chelsea hat schon gegen Atletico Madrid gezeigt, dass man mit ihnen rechnen muss. Am 20. Februar wird man sehen, wie gut der englische Fußball in dieser Saison ist. Atletico jedenfalls muss sich um den Titel in diesem Jahr keine Sorgen machen – die Colchoneros sind bereits sang- und klanglos ausgeschieden. Sie müssen ab sofort in der Europa League kicken. Ob der Trostpreis gelingt?

Drei Europa-League-Titel in Serie können nicht lügen

Das dritte Team der Spanier im Achtelfinale ist diesmal der FC Sevilla. Der Gegner ist ebenfalls beachtlich: Manchester United. Am 21. Februar wird man sehen, ob Sevilla genug Gas im Tank hat, um auch große Teams zu schlagen. Der bisherige Coach Eduardo Berizzo wurde aktuell wegen Erfolglosigkeit gefeuert, das Team hatte einfach zu viele schwache Spiele abgeliefert – so das Präsidium. Ob der neue Coach Vincenzo Montella, ein Italiener, besser und schöner spielen lässt, wird sich zeigen. Wetten muss man darauf nicht. Denn in Sevilla, wo das Geld nicht auf den Bäumen wächst, ist der Erfolg eben nicht schon durch den Etat garantiert, wie man das aus Madrid und Barcelona gewöhnt ist. Dennoch: Drei Europa-League-Titel in den vergangenen Jahren zwischen 2014 und 2016 in Serie können ebenfalls nicht lügen. Wenn es darauf ankommt, ist der FC Sevilla zu großen Tagen fähig. Auch in der Champions League? Und gilt das auch für United? Pikant ist, dass Manchester United der amtierende Sieger der Europa League ist und Sevilla damit auf dem Thron seines langjährigen „Serien-Titels“ abgelöst hat. Pikant auch, dass dessen Trainer José Mourinho heißt, der drei Jahre lang mit Real versucht hat, die Champions League zu gewinnen. Was nicht gelang, Real scheiterte dreimal im Halbfinale. Ob es mit den Engländern besser klappt?



Video Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=t0f-HmZsonI / Text: Wilhelm Wagner

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