Keine Krise! Gewerbeimmobilien boomen in Spanien

Trotz der aktuellen Korrektur der Preislage auf dem spanischen Immobilienmarkt sind die Aussichten in den Segmenten Büro- und Einzelhandel gut. 

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Immobiliendienstleisters King Sturge: "Die Untersuchung verdeutlicht, dass nach dem Haus- und Bauboom der letzten Jahre nun eine Marktbereinigung stattfindet", erklärt Sascha Hettrich, Managing Partner von King Sturge Deutschland. 

"Betrachtet man den Gewerbeimmobiliensektor in Spanien genau, stellt man fest, dass sich die Mieten stabilisieren, aber nicht dramatisch fallen werden", so Hettrich. Darüber hinaus erwartet King Sturge einen Anstieg der Investment- Aktivitäten im europäischen Gewerbeimmobiliensektor in der zweiten Jahreshälfte 2008. Spanien wird hierbei eine Schlüsselrolle einnehmen.

Charakteristisch für den spanischen Gewerbeimmobilienmarkt ist die Diskrepanz zwischen der Nachfrage hochwertiger Investment- Objekte und deren begrenzter Verfügbarkeit. Dieses Phänomen prägt mit Büro, Einzelhandel und Industrie alle Segmente. 

In Madrid hat der Mangel an modernen Bürogebäuden in zentralen Lagen den Markt angeheizt. Als Folge stiegen die Mieten für Büros in City-Lage auf 492 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2007. Der Leerstand fiel auf sechs Prozent. "Die Situation wird sich in den kommenden zwei Jahren verbessern", erklärt Hettrich. "In Madrid entsteht ein zusätzliches Angebot von etwa 500.000 m² erstklassiger Bürofläche."

Auch in Barcelona und Zaragoza gibt es zahlreiche Bauaktivitäten im Bürosegment. Der spanische Einzelhandel, insbesondere die Bereiche Mode und Lebensmittel wachsen ebenfalls seit 2002 überdurchschnittlich. 

Das im Jahr 2007 um 4,7 Prozent gestiegene Einzelhandelsvolumen schlägt sich vor dem Hintergrund der Verknappung adäquater Immobilien in gestiegenen Mietpreisen nieder. So beträgt die durchschnittliche Monatsmiete für erstklassige Einzelhandelsgebäude 200 Euro pro Quadratmeter. 

Nach der Prognose von King Sturge werden dieses Jahr 1,9 Millionen Quadratmeter Einzelhandelsfläche in Shopping-Zentren entstehen, sodass eine Stabilisierung des Marktes erfolgen wird.

Im Segment Industriegewerbe etabliert sich Valencia sukzessive als attraktiver und kostengünstiger Standort für Logistik, da Madrid und Barcelona zunehmend hohe Preise aufweisen. Die Aussichten für Investitionen in Europas Gewerbeimmobilien beurteilt Sascha Hettrich langfristig als positiv: "Das Interesse der Investoren an hochwertigen Geschäftsimmobilien ist besonders in Spanien ungebremst."



Bild: NULL / Text: Property Magazine / SAZ