Günstiger leben in Spanien

Cibeles-Brunnen am Plaza de Cibeles im Hintergrund und eine spanische Flagge im Vordergrund.Bild: Leben in Spanien. Bildquelle: S-F 262331123 / Shutterstock.com

Spanien günstiger als Deutschland?

Spanien stellt in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch ein Ort dar, der nicht nur Sonne, Spaß und Entspannung, sondern auch ein günstiges Leben verspricht. Ein besonders wichtiger Aspekt, wenn es z.B. darum geht, auszuwandern oder sich eine Immobilie zu kaufen.

Das schöne Wetter ist unbestreitbar, aber es ist dennoch für alle Auswanderer interessant zu erfahren, ob das Leben in Spanien tatsächlich viel günstiger ist als in Deutschland. Dazu müssen natürlich Alltagskosten wie Miete, Immobilienpreise, Lebensmittel, Strom, Wasser und andere Dienstleistungen verglichen werden. Auch ist es vom jedem individuellen Reisenden oder Auswanderer abhängig, ob dieser seinen bisherigen Lebensstil weiterführen möchte, oder das neue Leben vielleicht doch etwas bescheidener bzw. luxuriöser angehen möchte. Neben der Beherrschung von spanischer Schrift und Sprache, ist eine ausführliche Recherche vor diesem Schritt also absolut notwendig.

Luxus oder bescheidener Lebensstil?

Eine Analyse vom Kurzzeitkredit-Portal Vexcash zeigt, was ein Tag im Leben eines Deutschen kostet. Knapp ein Viertel ihres Einkommens geben die Deutschen für Mietkosten aus. Für Lebensmittel sind es sogar 28,5 Prozent. Nahrungsmittel stellen damit die Hauptausgabenquelle dar. Die wirtschaftliche Situation, falls man einen Job sucht, gestaltet sich etwas problematischer: Die Arbeitslosigkeit ist insbesondere seit der Wirtschaftskrise hoch, auch wenn sich die Wirtschaft langsam wieder erholt. Vor allem viele junge Menschen sind arbeitslos und die Löhne niedriger als in Deutschland. Die wenigen Arbeitsplätze sind natürlich sehr begehrt bei den ebenfalls gut ausgebildeten Spaniern.

Der Immobilienmarkt in Spanien boomt wieder

Der Immobilienmarkt in Spanien boomt dagegen wieder. Im ersten Quartal 2013 kauften ausländische Käufer 55187 Wohnungen und Häuser. Dies liegt auch daran, dass die Immobilienpreise nach der Wirtschaftskrise gefallen sind und für Investoren und Käufer eine günstige Möglichkeit boten. Diese kamen z.B. aus Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, aus Österreich und Skandinavien. Das Immobilienportal Immonet stellte fest, dass Interessierte schon für 680 Euro pro Quadratmeter eine Ferienwohnung erwerben können. Eine solche Nachfrage bei den Immobilien hat natürlich auch Auswirkungen auf die gebeutete spanische Wirtschaft die seit drei Quartalen wieder ansteigt. Käufer, die ihre Immobilie nicht übers ganze Jahr nutzen, vermieten sie auch gerne an Urlauber weiter. Einen Mietspiegel, an den sich interessierte Auswanderer orientieren können, wird man in Spanien dagegen schwer bis gar nicht finden. Umso wichtiger ist eine gründliche Recherche, bevor man sich entscheidet, eine Wohnung zu mieten.

Tabelle: Durchschnittspreise in Spanien anhand des Beispiels Valencia

Dienstleistung/Ware Preis
1-Zimmerwohnung (Monatsmiete) 400 bis 600 Euro
2-Zimmerwohnung (Monatsmiete) 500 bis 900 Euro
3-Zimmerwohnung (Monatsmiete) 700 bis 1200 Euro
Haushaltskosten: Wasser (monatlich) 12 Euro
Haushaltskosten: Gas (monatlich) 17 Euro
Haushaltskosten: Strom (monatlich) 24 Euro
Telefon (monatlich) 45 Euro
1 Liter Vollmilch 0,75 Euro
400 Gramm Brot 0,97 Euro
1 Dutzend Eier 1,65 Euro
Weiße Häuser und Palmen auf Lanzarote.

Bild: Spanischer Immobilienmarkt lebt wieder auf. Bildquelle: Pawel Kazmierczak 255589729 / Shutterstock.com

In Spanien bewegt man sich günstig fort

Ein weiterer Kostenpunkt stellt natürlich Fortbewegung, Kraftstoff bzw. Benzin dar:

  • Benzin war in Spanien im Sommer letzten Jahres um etwa 18 Cent günstiger
  • in Deutschland kostete der Liter 1,45 Euro
  • in Spanien bezahlten Autofahrer 1,27 Euro pro Liter
  • der Liter Diesel kostete in Spanien 1,14 Euro
  • in Deutschland kostete der Liter Diesel 1,19 Euro
  • allerdings muss der Autofahrer in Spanien mit einer Maut-Gebühr für die Autobahn rechnen

Eine andere Möglichkeit der Fortbewegung stellt der öfentliche Nahverkehr dar. Dieser ist in Spanien gut ausgebaut ist, weil hier in den letzten 20 Jahren viel investiert wurde. Für eine einzelne Fahrt in einer großen Stadt zahlt man meist unter 2 Euro. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, u.a. Tages-, Wochen- und Monatstickets zu nutzen. Bahnpreise für längere Fahrten können dagegen stark variieren und bewegen sich zwischen Sparpreise von 30 Euro bis Normalpreisen von 100 Euro für eine Fahrt z.B. von Barcelona nach Madrid. Hier kommt es darauf an, ob man ein Schnäppchen schlagen kann.

Kosten für spanische Restaurants und Lebensmittel

Genau wie in Deutschland z.B. bei Aldi oder Lidl gibt es auch in Spanien Supermarktketten, in denen Lebensmittel günstiger zu haben sind. Markenprodukte kosten dagegen schon wieder etwas mehr, dafür bekommt der Einkäufer in hochwertigeren Lebensmittelgeschäften einen entsprechenden Service geboten. El Corte Ingles ist eine der größten Kaufhausketten in Spanien und vor allem im Keller findet sich eine große und weitreichende Angebotsauswahl. Preislich unterscheidet sich bei den Lebensmitteln nicht viel zwischen spanischen und mitteleuropäischen Lebensmittelpreisen.

Selbiges gilt für Restaurants: Wer in einem durchschnittlichen Restaurant Essen geht, wird mit Vorspeise und Getränke um die 20 Euro bezahlen müssen. Je luxuriöser das Restaurant desto höher natürlich auch die Preise. Nach der Wirtschaftskrise von 2008 kann man allerdings sagen, dass die Preise in spanischen Restaurants allgemein günstiger geworden sind. Ein Schnäppchen z.B. bei einem „Menu del dia“, wie es in vielen Restaurants und Tarvernen zu finden ist und welches durchaus 2 bis 3 Gänge mit Getränk beinhalten kann, ist gelegentlich schon unter 10 Euro zu haben. Je mehr man sich also der spanischen Lebensweise anpasst, desto günstiger kann man sich das Leben dort gestalten.

Bildquellen:

Pawel Kazmierczak 255589729 / Shutterstock.com

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