Blick nach Deutschland: Erbschaftsteuer – eine zentrale Einnahme des Fiskus

Erbschaftssteuer Finanzamt#93030333 | Urheber: dessauer - Erbschaftssteuer Finanzamt

Der Erbschaftsteuer wird im alltäglichen Leben im Gegensatz zu anderen Steuerarten wenig Beachtung geschenkt. Jedoch änderte sich dies im Juli 2015, als diese reformiert wurde. Der Gesetzgeber erwartet durch die Reform etwa 200 Millionen Mehreinnahmen pro Jahr, da Erben größerer Unternehmen stärker belastet werden sollen. Allerdings handelt es sich hierbei nur um Erben, die mehr als 26 Millionen Euro Betriebsvermögen über ihr Erbe erhalten sollen.

Grundsätzlich gibt es zunächst viele Möglichkeiten, wie man als Erbe bedacht sein kann. Sei es mit Geld, Wertpapieren oder Immobilien. Familienbetriebe stehen derzeit besonders auf Grund der Reform im Fokus. Es ist irrelevant, in welcher Form man beerbt wird, wichtig ist zunächst, das Erbe beim Finanzamt anzuzeigen und eine Erbschaftsteuererklärung einzureichen. Das zuständige Finanzamt ermittelt die entstandene Erbschaftsteuer. Hierbei gilt zu beachten, in welcher familiären Verbindung man sich mit dem Verstorbenen befand. Denn hier bekommt man je nach Verwandtschaftsgrad diverse Freibeträge gewährt. Beachtlich ist außerdem, dass der Erbe selbst dann eine Erbschaftsteuererklärung einzureichen hat, wenn bereits im Vorfeld sicher ist, dass er auf Grund seiner gewährten Freibeträge keine Erbschaftsteuer zahlen muss. Festzuhalten ist, dass die Erbschaftsteuer eine eigenständige Steuer ist, die keinerlei Bezug zur Einkommensteuererklärung hat.

Des Weiteren ist zu beachten, dass die Erbfolge in Deutschland auf natürliche Personen sowie den Fiskus beschränkt ist, wobei der Fiskus als Erbe die letzte Instanz ist. Grundsätzlich greift die gesetzliche Erbfolge, sofern kein Testament oder Erbvertrag vorliegt. Falls der Erbe die Erbschaft ausschlägt, fällt sie dem Fiskus oder den übrigen Erben zu. Allerdings muss der Erbe innerhalb von sechs Wochen entscheiden, ob er das Erbe antritt. Dem Fiskus ist es nicht möglich, das Erbe auszuschlagen.

Wer die gesetzliche Erbfolge umgehen möchte, sollte zu Lebzeiten ein Testament verfassen. Beim Verfassen des Testaments ist zu beachten, dass es entweder handschriftlich vom Erblasser oder mit Hilfe eines Notars verfasst werden muss. Das handschriftliche Verfassen ist die kostengünstigere Methode. Außerdem ist nur das Testament, welches zuletzt verfasst worden ist, rechtskräftig. Mit Hilfe eines Testaments kann der Erblasser von der gesetzlichen Erbfolge abweichen. Jedoch muss hierbei der Pflichtteilsanspruch enger Angehöriger bedacht werden. Der Pflichtteil beträgt 50 % des gesetzlichen Erbteils.

Ipso facto ist zu sagen, dass es sich lohn, über das Erbschaftsteuergesetz aufgeklärt zu sein. Ein komplexer Kommentar zum Gesetz, wie der von Haufe verfasste, kann von Vorteil sein. Zudem stellt die Erbschaftsteuer eine zentrale Einnahme des Fiskus dar. Jeder Erbe ist verpflichtet eine Erbschaftsteuererklärung bei Erbanfall einzureichen. Abschließend bleibt noch fest zu halten, dass das Erbschaftsteuergesetz in den kommenden Jahren vermutlich auch  weiterhin starker Reformen unterliegen wird.

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