Spaniens "verlorene Generation" klagt: "Unseren Eltern ging es besser!"


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Wilhelm Wagner 
- 25.05.2011

Spaniens "verlorene Generation" klagt: "Unseren Eltern ging es besser!"
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Was wird aus Spaniens Protestbewegung? Und wer ist eigentlich die "verlorene Generation"?



Die Zukunftsperspektiven der jungen Leute in Spanien sind so trist wie in kaum einem anderen Land Europas: Bei den 16- bis 25-Jährigen beträgt die Arbeitslosenquote 45,3 Prozent. Sie ist die höchste in der Europäischen Union und doppelt so hoch wie der EU-Durchschnitt.

"Wir sind die am besten ausgebildete Generation in der Geschichte Spaniens, aber es geht uns schlechter als unseren Eltern", ist eine der häufigsten Klagen der Protestbewegung.

Die gleichen Eltern erzählen das genaue Gegenteil: Sie fuhren noch mit Eselskarren übers Land, unter der Diktatur Francos war Meinungsfreihet unbekannt.

Viele junge Spanier haben trotzdem das Gefühl, einer "verlorenen Generation" anzugehören und für eine Krise zahlen zu müssen, die nicht sie verursacht haben, sondern die wirtschaftlichen und politischen Eliten.

In Spanien hatte der Konjunktureinbruch zur Folge gehabt, dass die Bauwirtschaft - ein Schlüsselsektor der Ökonomie - praktisch zum Erliegen kam. Tausende von Arbeitern verloren ihre Jobs. Darunter waren auch viele junge Leute, die ihre Schulausbildung abgebrochen hatten, weil während des Booms auf dem Bau hohe Löhne gezahlt wurden. Sie finden wegen mangelnder Qualifikation nun nur schwer neue Arbeitsstellen

Zu den Besonderheiten des Arbeitsmarktes gehört auch, dass nur wenige junge Spanier feste Arbeitsverträge haben. Wer nicht arbeitslos ist, schlägt sich mit Gelegenheits- oder zeitlich befristeten Jobs durch das Leben, sei es als Kellner oder als Kassiererin im Supermarkt. "Ich verdiene 900 Euro im Monat, damit komme ich nicht bis ans Monatsende", sagt die Bibliothekarin Elena Palacios.

Die 29-jährige Madrilenin ist längst nicht die Einzige, deren Gehalt nicht einmal ausreicht, den Lebensunterhalt zu bestreiten. "Ohne die Hilfe meiner Eltern käme ich nicht über die Runden", sagte sie der Zeitung El País.

Über die Hälfte der 25- bis 29-jährigen Spanier geht es genau so. Sie sind ebenfalls auf finanzielle Zuschüsse aus dem Elternhaus angewiesen. Bei den 20- bis 24-Jährigen sind es gar 80 Prozent.

In Spanien ist es daher keine Seltenheit, dass Männer und Frauen im Alter von mehr als 30 Jahren noch in der Wohnung der Eltern leben.

Dies hat auch mit den Besonderheiten des Wohnungsmarkts zu tun. In Spanien ist es üblich, eine Wohnung zu kaufen, statt zur Miete zu wohnen. Das Angebot an Mietwohnungen aber ist sehr begrenzt.

Dies hat zur Folge, dass junge Leute erst dann in eine eigene Bleibe ziehen, wenn sie genug verdienen, um eine Hypothek für eine Eigentumswohnung aufnehmen zu können."Unsere jungen Leute werden viel später von den Eltern unabhängig als die jungen Briten, Skandinavier oder Deutschen", betont der Soziologe Enrique Gil Calvo.

"Die fehlende Autonomie erklärt auch das paradoxe Phänomen, dass die von der Krise und der Arbeitslosigkeit am stärksten gebeutelte Jugend bislang am wenigsten zu Protesten neigte und sich mit ihrem traurigen Schicksal abzufinden schien."

Dies scheint sich mit den Protesten der vergangenen Tage geändert zu haben. "Es ist nun nicht einmal auszuschließen, dass diese Bewegung die wichtigste Oppositionsgruppe bilden wird, wenn Spanien künftig eine konservative Regierung erhält", meint der Kolumnist Carlos Elordi.



Schlüsselwörter: Spanien Revolution Democracia real ya
Bild: vdevivienda / flickr / Text: SAZ/dpa}}






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