Zugunglück in Spanien: 79 Tote, schwere Vorwürfe! “Kommerzielle Beweggründe”

Der staatliche Betreiber des Schienennetzes habe auf der Unglücksstrecke bei Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens das Leben von Tausenden von Menschen aufs Spiel gesetzt, betonte der Richter Luis Aláez in einem am Freitag veröffentlichten Schriftstück.

Das Unternehmen habe sich beim Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke von kommerziellen Beweggründen leiten lassen und nicht für die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen gesorgt. Der Unglückszug war am 24. Juli 2013 bei Santiago mit 192 km/h in eine Kurve eingebogen, in der nur Tempo 80 zugelassen war. Der Zug entgleiste, 79 Menschen starben, 150 wurden verletzt.

Der Lokführer ist derzeit der einzige Beschuldigte, gegen den die Justiz wegen des Unglücks ermittelt. Der Ermittlungsrichter hatte im vorigen Jahr auch die Verantwortlichen der Bahngesellschaft zu Beschuldigten erklärt. Das Landgericht in La Coruña hob die Entscheidung aber später auf.