Die Reform „wird positive Resultate für das Vertrauen, die Stabilität und die künftige Glaubwürdigkeit Spaniens haben“, sagte Zapatero bei einer Pressekonferenz in Madrid mit seinem portugiesischen Kollegen Pedro Passos Coelho.

Zapatero weiß die oppositionelle konservative Volkspartei (PP) an seiner Seite und kann auf die notwendige Mehrheit im Parlament bauen.

Der sozialistische Regierungschef betonte, die Änderung der Verfassung sei wichtig für Spanien. Das am Vortag in Gang gesetzte Eilverfahren im Parlament rechtfertigte Zapatero damit, dass das krisengebeutelte Land einen raschen Beschluss brauche.

Der Reformentwurf enthält eine von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeschlagene Schuldenbremse. In einem Ausführungsgesetz wird ein Schuldenlimit von 0,4 des Bruttoinlandsprodukts (BIP) festgeschrieben. Diese Obergrenze soll im Jahr 2020 in Kraft treten.

Die radikalen Linken im Parlament und die führenden Gewerkschaften Spaniens haben die Pläne scharf verurteilt und zu Demonstrationen aufgerufen. Sie kritisieren nicht nur, dass die Reform ohne ausführliche Diskussionen in einem Eilverfahren in die Wege geleitet werde. Sie fürchten vor allem, dass wegen der Schuldenbremse künftig die Sozialausgaben des Staates eingeschränkt werden.

Die Verfassungsreform wird voraussichtlich am Freitag im Abgeordnetenhaus und nächste Woche im Senat verabschiedet werden. Sie war in der vergangenen Woche von der regierenden sozialistischen Partei (PSOE) und der konservativen Volkspartei (PP) beschlossen worden. Zusammen stellen beide Parteien im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit von etwa 90 Prozent der Sitze.