Xynthia verwüstet Deutschland, 52 Tote, 200 Flüge gestrichen

200 Flüge, darunter auch nach Spanen, fielen am Sonntag allein in Frankfurt aus, Tendenz steigend.

Das Unwetter hat europaweit bislang mindestens 52 Menschen in den Tod gerissen. Die meisten Opfer gab es in Frankreich, wo im schlimmsten Unwetter seit zehn Jahren 45 Menschen umkamen. Der Großteil ertrank bei Überschwemmungen an der Atlantikküste.

In Deutschland wurden bis Sonntagnachmittag drei Menschen von umstürzenden Bäumen erschlagen. Es gab zahlreiche Verletzte. Im Schwarzwald kam ein 74-jähriger Mann ums Leben, bei Wiesbaden ein 69 Jahre alter Wanderer. Bei Köln wurde eine Joggerin getötet. Der Sturm richtete erhebliche Schäden an, im Reiseverkehr brach ein Chaos aus – in ganz Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland wurde der Bahnverkehr eingestellt.

Die Polizei in NRW rückte zu tausenden Einsätzen aus. In Frankfurt/Main wurde die A3 gesperrt, eine der wichtigsten Autobahnverbindungen durch Deutschland. In der Stadt waren der Hauptbahnhof und der Bahnhof am Flughafen vorübergehend geschlossen. Mehr als 200 Flüge fielen aus.

Aus Sicherheitsgründen war die Geschwindigkeit vieler Fernzüge gedrosselt worden. Ein Intercity-Express mit etwa 800 Reisenden saß nach einer Kollision mit einem entwurzelten Baum etwa drei Stunden auf freier Strecke zwischen Fulda und Hanau fest. Ein ICE auf dem Weg von Berlin nach Basel strandete in Göttingen. Auch im Saarland stellte die Bahn ihren Regionalverkehr komplett, in Rheinland-Pfalz beinahe ganz ein.

„Xynthia“ sei ein Sturmtief, „wie man es nicht jedes Jahr hat“, sagte Meteorologe Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Die höchste Windgeschwindigkeit in Deutschland wurde nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia am Sonntag bis 17.00 Uhr mit 165 Kilometern pro Stunde bei Weinbiet in Rheinland-Pfalz gemessen.

Auf der Insel La Palma in Spanien wurden in der Nacht zum Samstag 190 km/h gemessen. (SAZ, dpa)

Foto: Knipserlein (Pixelio)