WWF warnt vor Käufen der Schlankheitspille Hoodia im Internet

Für den Traum vom schlanken Körper greifen immer mehr Frauen und Männer zu Tabletten, die Hoodia enthalten. Das kaktusähnliche Gewächs aus dem Süden Afrikas hat eine Hunger stillende Wirkung, weshalb es seit Jahrhunderten von den Bewohnern der kargen Kalahari-Steppe genutzt wird. 

Der WWF sieht in der “schonungslosen Plünderung” der Pflanze allerdings Gefahren. “Eigentlich fällt Hoodia unter den strengen Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens”, erklärt Heilpflanzenexperte Frank Barsch vom WWF. Inzwischen würden aber immer mehr Präparate aus illegal geernteter Hoodia hergestellt. 

Pillen aus dem Internet enthalten oft gar kein Hoodia

Käufern rät Barsch: “Fragen Sie bei Ihrem Händler nach den amtlichen Einfuhrpapieren und kaufen Sie Hoodia nicht im Internet.”Dort sei es für Konsumenten besonders schwer, Herkunft und Qualität von pflanzlichen Präparaten nachzuvollziehen. Oft enthielten die dort angebotenen Präparate zu wenig oder gar keine Hoodia. 

Hoodia ist mittlerweile wie viele der rund 75.000 Heil- und Medizinalpflanzen der Welt bedroht. Betroffen sind vor allem die Pflanzen, die nicht kommerziell angebaut werden oder werden können. Das sind stolze 80 Prozent. Auch die Speck-Weg-Pflanze Hoodia ist noch nicht in großem Stil aus Anbau erhältlich und stammt deshalb meist aus den bedrohten natürlichen Vorkommen. 

Ausbeutung der indigenen Völker

Der WWF macht auf einen weiteren problematischen Aspekt der Hoodia-Präparate aufmerksam: die Biopiraterie. “Während Pharmakonzerne Millionengewinne machen, werden die indigenen Völker an den Einnahmen, die die Verwertung ihres traditionellen Wissens und die Ausbeutung ihrer Ressourcen bringt, nur spärlich beteiligt”, kritisiert Barsch. 

Das Volk der San, die Entdecker der besonderen Hoodia-Wirkung, erhielten erst nach jahrelangem Rechtsstreit eine geringe Entschädigung von dem Forschungsinstitut in Südafrika, das sich Hoodia hatte patentieren lassen.

Vom großen Gewinnkuchen bekommen die San nach wie vor zu wenig ab. Selbst nutzen können sie Hoodia auch kaum noch, weil die Bestände völlig dezimiert sind.