Baierbrunn (ots) –

Die Angst vor dem Tod ist oft weniger groß als vor dem Sterben. Menschen, die eine schwere Krankheit haben, werden daher immer häufiger von Palliativmedizinern begleitet. Diese fragen nach, wovor sich die pflegebedürftigen Patientinnen und Patienten genau fürchten: vor Schmerzen, zu großem Leiden, dem Verlust von Autonomie? „Aber viele Ängste haben auch damit zu tun, dass die meisten Menschen die Möglichkeiten der Palliativversorgung nicht kennen“, erklärt Dr. Mathias Pfisterer, Geriater und Palliativmediziner am Agaplesion Elisabethenstift in Darmstadt, im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“.

Todeswunsch von Schwerkranken schwindet

Auf dem Gebiet der medizinischen Sterbebegleitung hat sich in den vergangenen 20 Jahren laut Geriater Pfister „unheimlich viel bewegt“. Viele Hausärzte haben sich in Palliativmedizin fit gemacht, im Medizinstudium ist das Fach mittlerweile Pflicht. Das Angebot zählt außerdem zur Kassenleistung und kommt dann zum Einsatz, wenn Hausarzt und Pflegedienst für die Versorgung schwer kranker und sterbender Menschen zu Hause nicht mehr reichen.

Allein die Aufklärung, dass es solche Wege gibt, lässt den Todeswunsch vieler Schwerkranker schwinden, berichtet der „Senioren Ratgeber“. Den Beobachtungen von Palliativmedizinern zufolge wollen die Menschen in den meisten Fällen nicht sterben, sondern anders leben.

Bis zu zehn Symptome auf einmal

Laut Studien haben Menschen in palliativer Behandlung bis zu zehn Symptome auf einmal. Neben Schmerzen und Atemnot können dazu Übelkeit, Schlaflosigkeit, Depression oder Verstopfung zählen. Dabei geht es in der Palliativmedizin allein darum, solche Symptome zu lindern, das Wohlbefinden zu fördern. Viele Patienten blühen auf, wenn etwa die belastende Chemotherapie wegfällt. Auch wenn ihre Zeit begrenzt ist, hilft ihnen die Pflege dabei, noch eine gute Zeit im Kreis ihrer Familie zu verbringen. Adressen in ihrer Nähe finden Angehörige über den „Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung“ (www.wegweiser-hospiz-palliativmedizin.de).

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