Westsahara: Tausende demonstrieren, Spanien schaut zu

Bei den schwersten Unruhen seit Jahrzehnten waren in der Westsahara-Hauptstadt El-Aiún mehrere Menschen ums Leben gekommen.

Nach den blutigen Unruhen haben am Samstag im Madrid mehrere Tausend Menschen gegen das Vorgehen Marokkos protestiert.

Die Demonstranten warfen der Regierung des nordafrikanischen Landes massive Menschenrechtsverstöße in der ehemaligen spanischen Kolonie vor. Heftige Kritik übten die Teilnehmer auch an der Regierung in Madrid. Aus politischem und wirtschaftlichem Kalkül habe diese den Gewalttaten in dem von Marokko besetzten Gebiet tatenlos zugesehen.

Die genaue Zahl der Opfer steht nicht fest. Marokkanische Sicherheitskräfte hatten eine Protest-Zeltstadt gestürmt, mit der rund 20.000 Saharauis wochenlang für bessere Lebensverhältnisse in dem Wüstengebiet demonstriert hatten.

Nach offiziellen Angaben der Regierung in Rabat starben zwölf Menschen, darunter zehn Polizisten. Zudem habe es 163 Festnahmen gegeben. Die Rebellenbewegung Polisario, die für die Unabhängigkeit der Westsahara eintritt, spricht dagegen von mindestens 19 Toten, mehr als 700 Verletzten sowie über 150 Verschwundenen. Sie wirft den marokkanischen Sicherheitskräften Folter und Vergewaltigung vor.

Die spanische Regierung hat das Vorgehen Marokkos zwar kritisiert, aber nicht offiziell verurteilt. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero verwies auf die wichtigen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit dem südlichen Nachbarn.

Madrid verlangte jedoch Aufklärung über den Tod eines Saharauis mit spanischer Staatsbürgerschaft und forderte Rabat auf, die Arbeit der ausländischen Presse nicht länger zu behindern. Mehrere spanische Reporter sind in den vergangenen Tagen ausgewiesen oder an der Einreise in die 1976 von Marokko annektierte Westsahara gehindert worden. (SAZ, dpa; Foto: Yahoo)

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