Wende im Fall Maddie? Freunde der Eltern wollen auspacken

Bröckelt nun also doch die Wand des Schweigens, die die Freunde von Kate und Gerry McCann um sich herum gezogen haben? Im Fall Maddie könnte sich bald eine entscheidende Wendung anbahnen.

Das jedenfalls berichtet die als äußerst seriös bekannte spanische Tageszeitung „El Mundo“. Demnach baten die beiden Briten die Polizei offiziell darum, erneut verhört zu werden, und zwar in England.

Noch wollten sie anonym bleiben, so El Mundo, denn sie befürchteten, von den McCanns unter Druck gesetzt zu werden. Die Geschichte wurde nun auch von allen englischen Gazetten aufgegriffen.

Die sieben Freunde von Kate und Gerry McCann, die zusammen als so genannte „Tapas Nine“ in Praia da Luz Urlaub machten, hatten sich unmittelbar nach dem Verschwinden Maddies in Widersprüche verstrickt, danach aber öffentlich keine Kommentare mehr abgegeben. 

El Mundo: Gerichtsmedizinische Ergebnisse passen nicht ins Bild einer Entführung – ist Maddie tot?

Diese Widersprüche, sowie ihr eisernes Schweigen, machte die McCanns schließlich erst recht verdächtig. Denn selbst britische Polizeiexperten mussten zugeben, dass ein solches Verhalten über Monate hinweg in einem solchen Fall höchst verdächtig ist. Der Ex-Polizeichef von Manchester, John Stalker, sagte öffentlich: „Es muss etwas geben, worüber sie nicht sprechen wollen, etwas, das sie wirklich erschreckt.“

Packen die beiden Freunde der McCanns aus, könnten also bald neue Details ans Licht kommen. Bislang hofft die Polizei auf die Ergebnisse der Untersuchungen der medizinischen Polizeiabteilung in Manchester. Dort werden Blut- und DNA-Spuren geprüft. Polizeiquellen, die stets anonym bleiben, machen darüber bislang unterschiedliche Angaben. In der „El Mundo“ sagte ein Polizeisprecher, die ersten Anhaltspunkte passten zu hundert Prozent in die Theorie, dass Maddie getötet wurde und nicht entführt. Die britische Presse sagt das genaue Gegenteil. 

McCann-Sprecher: Zeitungsbericht ist „absolut unwahr“

Dass jetzt die Front des Schweigens der McCann-Freunde bröckelt, könnte mit dem Gerücht zu tun haben, dass angeblich vier der sieben als offizielle Verdächtige eingestuft werden sollen – offenbar wollen sie sich nun reinwaschen.

Der Sprecher von Maddies Eltern, Clarende Mitchell, bezeichnete den Bericht der El Mundo als „absolut unwahr“. Er sagte laut Daily Mail: „Alle Freunde der McCanns haben die Wahrheit gesagt. Sie haben nur wiederholt, dass sie auch weiterhin mit der Polizei zusammenarbeiten werden, wenn es hilft, Maddie zu finden. Daraus zu schließen, dass sie ihre Version der Vorfälle ändern wollen, ist eine böswillige Fehlinterpretation ihrer Aussagen.“

Die portugiesische Polizei nahm offiziell zu den Presseberichten keine Stellung. Zwei der McCann-Freunde, David Payne und seine Frau Fiona, gaben ebenfalls keinen Kommentar. Jane Tanner nannte den Bericht der El Mundo „absoluten Blödsinn“. Weder sie noch ihr Partner Russell O´Brien hätten Kontakt zur Polizei aufgenommen. Auch Matthew und Rachael Oldfield sagten, sie würden bei ihren Aussagen bleiben.