Wein vom Flussufer – Die Region Ribera del Duero

Das Ribera del Duero ist ein Weinbaugebiet entlang des gleichnamigen Flusses im spanischen Kastilien-León. Bildquelle: jpeter2 / pixabay.com

Der Ribera del Duero ist ein Fluss in Spanien, der im portugiesischen Porto unter dem Namen Douro im Atlantik mündet. Entlang des Flusses wird sowohl im spanischen als auch im portugiesischen Teil Wein angebaut.

Das Weinbaugebiet entlang des spanischen Duero ist etwa 115 Kilometer lang und bis zu 35 Kilometer breit. In der Region Kastilien-León liegend ist es Teil der kastilischen Hochebene und vereint Teile der viert spanischen Provinzen Burgos, Soria, Segovia und Valladolid.

Gemeinsam mit den Anbaugebieten Rioja und Priorat zählt das Ribera del Duero zu den besten Weinanbaugebieten für Rotwein in ganz Spanien. Weinbau wird dort nicht nur in direkter Nähe zum Fluss betrieben, sondern auch auf Weinbergen oberhalb des Flusses.

Klima und Boden im Ribera del Duero

Die Weinberge im spanischen Duero-Gebiet liegen in einer Höhe von bis zu über 800 Meter. Je nach Entfernung beziehungsweise Nähe zum Fluss unterscheidet sich die Bodenzusammensetzung. In unmittelbarer Nähe zum Fluss ist der Boden eher lehmig, während er außerhalb der Lagen am Fluss sandig ist und auf Kalkstein liegt. Je nach Bodenbeschaffenheit werden die Weine, auf denen die entsprechenden Reben wachsen, eher vollmundig, fruchtig oder mineralisch.

Entlang des Flusses herrscht ein trockenes Klima mit geringen Niederschlagsmengen von rund 450 Millimetern pro Jahr. Die heißen Sommer mit bis zu 40 Grad Celsius sorgen für eine Sonnenscheindauer von 2350 Stunden pro Jahr. Im Gegensatz zum Sommer ist der Winter vergleichsweise lang mit Temperaturminimalwerten von bis zu minus 18 Grad Celsius. In der Region selbst nennt man das Sommer-Winterverhältnis Neun Monate Winter, drei Monate Hölle. Aufgrund des langen Winters ist der Weinbau auf eine relevante Vegetationszeit von rund 110 Tagen beschränkt.

Während des Sommers lässt es sich aufgrund der hohen Temperaturen und der vielen Sonnenstunden herrlich leben. Aus diesem Grund eignet sich die Region ideal als Urlaubsziel für Weininteressierte. Ein Spaziergang über die Weinberge in der Sonne oder eine Fahrt auf dem Duero sind nur zwei mögliche Ausflugsziele. Da das Weinbaugebiet entlang des Flusses vier spanische Provinzen vereint, kann man einen Urlaub in dieser Region Spaniens perfekt als Ausgangspunkt für verschiedene Tagesausflüge nutzen.

Brücke & Weinberge vom Boot auf dem Duero aus.

Während einer Flussfahrt auf dem spanischen Duero kann man die von Weinbergen geprägte Landschaft und charmante Brücken betrachten. Bildquelle: skeeze / pixabay.com

Starke Weine aus der Region des Ribera-Flusses

Die Weine aus dem Ribera del Duero zeichnen sich vor allem durch die Maximierung Ihrer Leistungsmerkmale aus – Farbintensität, Kraft und Gerbstoffe. Hauptsächlich wird die Rebsorte Tempranillo angebaut, hier unter dem Namen Tinta del Pais und Tinto Fino. Aufgrund des Klimas und der Bodenbeschaffenheit unterscheiden sich die Tempranillo-Trauben hier von denen aus dem Rioja. Am Duero sind die Trauben kleiner und haben eine dickere Schale, aus diesem Grund ist der Most konzentrierter. Neben Tempranillo werden in kleinen Mengen auch Cabernet Sauvignon, Malbec, Garnacha Tinta, Merlot und Albillo angebaut. Über 8000 Winzer produzieren hier auf einer Rebfläche von circa 20.000 bis 21.000 Hektar. Jährlich entstehen um die 50 Millionen Liter Wein. Zum Vergleich, in Rheinhessen werden auf einer Rebfläche von etwa 260.000 Hektar rund 260 Millionen Liter Wein produziert.

Tempranillo ist eine spanische Rotweintraube.

Die Tempranillo-Traube ist enorm wichtig für den Weinbau im Ribera del Duero. Bildquelle: Donations_are_appreciated / pixabay.com

Ein wichtiges Stilmerkmal der Duero-Weine ist der Ausbau im Barrique. Als DO (Denominación de Origen) sind Rotweine und Roséweine aus dem Ribera del Duero zugelassen, die in der Regel im Barrique ausgebaut werden. Die Qualitätsstufen, die in Spanien den Ausbau der Weine regeln, werden hier etwas anders definiert. Ein Crianza zum Beispiel muss im Duero-Tal zwölf statt sechs Monate im Fass ausgebaut werden. Die Rotweine aus der Region haben eine bemerkenswerte Alterungsfähigkeit und müssen, wenn sie im Fass ausgebaut werden, zu drei Vierteln aus Tempranillo bestehen. Die Roséweine bestehen in der Regel in Gänze aus Tempranillo und werden von Fruchtaromen wie Erdbeere, Himbeere oder schwarze Johannisbeere definiert. Weißweine, die in der Regel aus Albillo und Sauvignon Blanc bestehen, haben keine DO-Zulassung.

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