Watsche für Mediapro und Sogecable

Ein Gericht in Madrid hat der katalanischen Produktionsfirma Mediapro untersagt, die Rechte an den Fußballvereinen Racing Santander, Athletic Bilbao, Zaragoza, FC Valencia, Villarreal, Levante und FC Sevilla wahrzunehmen. Diese Vereine sind zwar bei Mediapro unter Vertrag, so der Richter, Mediapro habe aber die Wahrnehmung der Rechte im Juli 2006 an die Produktionsfirma Audiovisual Sport (AVS) übertragen. Diese Regelung soll Mediapro nun wieder respektieren. Der Richter gibt damit der Version von Sogecable recht, das die Fernsehsender Digital Plus und Canal+ betreibt und 80 Prozent der Anteile an AVS besitzt.

Mediapro, das den Sender La Sexta betreibt, hatte allerdings seit einiger Zeit Verhandlungsbereitschaft signalisiert – im Gegensatz zu Sogecable, das zeitweise Mediapro ganz aus dem Geschäft drängen wollte. Auch diesem Vorhaben widersprach das Gericht. Beide Parteien müssen sich nun einigen.

In der laufenden Saison gab es noch an jedem Spieltag Streit darüber, welcher Sender welche Spiele übertragen darf. Laut Gesetz dürfen La Sexta sowie einige Regionalsender (Canal Nou, TV Catalunya, TV Murcia, TV Aragón und TV Galicia) ein Spiel am Samstagabend frei empfangbar senden – teilweise übertrug La Sexta aber vier Spiele pro Wochenende.

Sogecable kappte dafür wiederholt das TV-Signal für die Auslandsübertragungen, mit denen Mediapro betraut ist, oder sperrte die Kamerateams von Mediapro aus den Fußballstadien aus. Auch in Deutschland konnten Spiele der Primera División nicht über Premiere empfangen werden.

Der wirtschaftliche Schaden für die betroffenen Vereine, besonders Real Madrid und FC Barcelona geht in die Millionen, weil ihre Werbeeinnahmen an die Fernsehpräsenz auch im Ausland gebunden sind.