Waren Maddies Eltern betrunken? Mühsame Suche in Marokko

Während Kate und Gerry McCann sowie ihre Freunde stets aussagten, sie hätten am fraglichen Abend des 3. Mai sechs Flaschen Wein für neun Personen bestellt, aber nur vier davon getrunken, sagen andere Zeugen bis heute etwas anderes.

Demnach haben die von der englischen Presse verächtlich so genannten „Tapas Nine“ zwölf Flaschen Wein getrunken – und vor dem Essen Daiquiris, Martinis und Bier bestellt. Üblicherweise hätten sie nach ihren Essen auch noch Schnäpse zu sich genommen.

Befragt wurden nun erneut Kellner und andere Angestellte der Tapas-Bar, in der die McCanns mit ihren Freunden zu dinieren pflegten, während die Kinder in ihren Appartments alleine zurückgelassen wurden. Die Befragungen gingen auf ausdrückliche Order des neuen Chefermittlers Paulo Rebelo zurück, auf den die McCanns große Hoffnungen setzen. Er will den Fall von Anfang an neu rekonstruieren.

Bürgermeister: „Es gibt keine Kinderschänder in Marokko“

Nach Angaben der Daily Mail sagte der Kellner der McCanns, Jose Baptista, aus, dass die Eltern der Kinder nicht mehr als zehn Flaschen Wein getrunken hätten. Ein anderer Mann, der nicht namentlich erwähnt werden will, sagte: „Sie tranken nicht mehr als andere. Vielleicht waren sie angeheitert, aber sie torkelten nicht. Aber jeder geht ja anders mit Alkohol um.“ Ein Ortpolizist, der früh am Tatort eintraf, gab an, dass die Gruppe „normal“ schien.

Die private Detektei Metodo 3 aus Barcelona, die im Dienst der McCanns nach Madeleine sucht, hat unterdessen viele neue Hinweise nach dem vier Jahre alten Mädchen erhalten. Mehr als 400 Anrufer meldeten sich, darunter ungefähr zehn neue Augenzeugen, die Maddie an zehn unterschiedlichen Orten Marokkos gesehen haben wollen.

Die Ermittler stoßen dabei auf Widerstand in Marokko. Der Bürgermeister von Karia ba Mohamed verweigerte glatt die Zusammenarbeit, nachdem ein Lehrer dort Maddie gesehen haben wollte. Lmfedal Lazar sagte laut Daily Mail barsch: „Es gibt keine Kinderschänder in Marokko, also ist es unmöglich, dass Maddie bei uns ist. Man sollte aufhören, in Marokko nach ihr zu suchen. Man sollte nur gute Sachen über Marokko berichten, damit die Touristen zu uns kommen.“