Der zuständige Richter Fernando Andreu werfe ihnen vor, „gewaltsam die Macht ergriffen und ein Regime des Terrors“ in dem Land installiert und „schreckliche Verbrechen“ unter der Zivilbevölkerung verübt zu haben, hieß es weiter. Die Offiziere würden wegen „Verbrechen gegen die heimische und ausländische Zivilbevölkerung“ angeklagt.

Gegen die 40 Offiziere seien Haftbefehle erlassen worden, erklärte das Gericht. Sie hätten ihre Opfer unter ethnischen oder politischen Aspekten ausgesucht. Ruandas Präsident Paul Kagame werde nicht juristisch belangt, da er Immunität genieße. Das Gericht fasste den Beschluss, nachdem es die Ermordung von neun Spaniern zwischen 1994 und 2000 untersucht hatte, die in Ruanda in Flüchtlingslagern gearbeitet hatten.

Spaniens Verfassungsgericht hatte im Oktober 2005 verfügt, dass die nationale Justiz für Fälle von Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zuständig sei, auch wenn keine spanischen Landsleute betroffen seien. Während des Bürgerkriegs in Ruanda im Jahr 1994 wurden nach UN-Angaben mehr als 800.000 Menschen getötet.