Video-On-Demand steht eine echte Marktexplosion bevor

Wie videoondemandtest.de berichtete, geht aus der Studie „Video-on-Demand Forecast 2018“ des Beratungsunternehmens Goldmedia hervor, dass sich der Markt in den kommenden Jahren noch sehr viel stärker in ein Abonnement Modell entwickeln wird.

Im vergangenen Geschäftsjahr haben etwa 4 Millionen Nutzer die Angebote der kommerziellen Online-Videotheken genutzt. Dank durchschnittlicher 8 Ausleihen und 6 Käufen von Filmen wurde so ein Gesamtumsatz in der Branche von 163 Millionen Euro erwirtschaftet. Dabei fallen 73 Millionen in wirkliche Onlineleihen. 57 Millionen kamen durch den Erwerb von Videofiles zu Stande und 33 Millionen durch die Nutzung von Abonnements mit monatlicher Flatrate.

 

Der Trend geht zum Abonnement

Bis zum Jahr 2018 prognostiziert Goldmedia ein Branchenwachstum mit einem Gesamtumsatz 449 Millionen Euro. Die erwirtschaftete Summe würde sich damit etwa verdreifachen. Allerdings ist in der Branche mit einem stetigem Wechsel zu den Anbietern der Abonnements zu rechnen. Das aus den USA und Großbritannien bekannte Modell trittinzwischen schon mit maxdome, Amazon Lovefilm und Amaton Prime sowie Watchever breit auf. In Zukunft ist aber zu erwarten, dass mindestens einer der großen Anbieter ausden Vereinigten Staaten ebenfalls in Deutschland mit in den Wettbewerb eintreten wird.

Netflix arbeitet fieberhaft am Markteintritt und hat diesen für Deutschland, Österreich und die Schweiz noch für das Jahr 2014 angekündigt.

Problematisch ist bisher durch den Dschungel der Anbieter durchzublicken. Häufig ist es unklar, welche Plattform denn nun eigentlich die Serien und Filme im Programm hat, dieman auch wirklich sehen will. Grund dafür sind die noch etwas komplizierten Sendelizenzen der Anbieter. Hier dürfte aber ein großer Anbieter wie Netflix oder ein Angebot auf iTunes wie in den USA die Suche nach den gewünschten Inhalten deutlich entspannen.

Interessant und vor allem kostenlos bleiben aber weiterhin die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD, ZDF und WDR. Hier sind eigenproduzierte Inhalt in den Mediatheken oder über die einzelnen Unterkanäle auf Youtube jederzeit verfügbar. Einzig Inhalte, deren Recht bei anderen Anbietern liegen, wie beispielsweise Inhalte aus der Bundesliga, sind dort aus den Sendungen entfernt. Inhalt die dem Jugendschutz unterliegen, wie die ein oder andere Tatort Folge, sind entsprechend erst nach 20:00 abrufbar. Ähnlich verhält es sich mit Inhalten der privaten Fernsehsender wie PRO7 und RTL.

 

Schwerer Stand für die Großen als in den Mutterländern
 

Im Vergleich zum US Markt werden es Anbieter wie Hulu und Netflix trotz aller Euphorie allerdings etwas schwerer haben. Viele Sender bieten aktuelle Serien wie Game Of Thrones im „Binge Watching“ an. So sendete RTL2 bisher die Staffeln an nur wenigen Abenden einfach in einem durch, ohne große Werbeunterbrechungen. Der Vorteil solcher Anbieter dürfte es jedoch sein, dass die Inhalte nach entsprechender Registrierung ungeschnitten abgerufen werden können. Dort hat das „normale“ Fernsehen dann noch immer das Nachsehen hinter den Bezahlsendern – ob nun Online oder Offline.

Die fortschreitende Entwicklung in den nächsten Jahren wird es in jedem Fall dem Kunden einfacher machen. Der verschärfte Konkurrenzkampf wiederum wird die Preise der Anbieter deutlich drücken. Im Bereich der Abonnements ist dahingehend allerdings nur noch wenig Änderung zu erwarten. Hier werden sich einzig die angebotenen Filme und Serien deutlich einfacher ausfindig machen lassen.