Valverde darf starten, Schäuble zornig

Das Gericht war der Meinung, dass diese Verstrickung nur „mutmaßlich“ sei und keinesfalls bewiesen. Eine ausführliche Urteilsbegründung steht noch aus.

UCI-Präsident Pat McQuaid zeigte sich enttäuscht, denn mit dem Urteil werde der Kampf gegen das Dopen nicht nur schwieriger, sondern auch ungleicher. Andere Fahrer, darunter Jan Ullrich, sind wegen ihrer „mutmaßlichen“ Verstrickung in das in Spanien nachweislich praktizierte Blut-Doping seit Jahren gesperrt, die spanischen Fahrer dürfen munter weiter ihren Beruf ausüben.

Schäuble legt den Zuschuss des Bundes auf Eis

McQuaid hatte bereits vor dem Valverde-Urteil gesagt: „In Spanien wird mehr gedopt als in anderen Ländern. Der nationale Verband, aber auch die Regierung, tun zu wenig dagegen. Es gibt ein tolles, neues Anti-Doping-Gesetz, aber niemand hält sich daran. Mir scheint, dass es in Spanien einfach am Willen, auch am politischen Willen fehlt, das Problem zu lösen.“

Während das Urteil in Spanien bejubelt wird, ist es für die deutschen Veranstalter in Stuttgart der schlimmste anzunehmende Unfall. Denn vom eigentlichen Ziel, eine „saubere“ Rad-WM zu veranstalten, entfernt man sich immer mehr. Am Mittwoch verkündete Italilens Weltmeister Paolo Bettini, die von allen Fahrern eingeforderte Erklärung, im Falle eines positiven Doping-Befunds auf ein Jahresgehalt zu verzichten, nicht zu unterschreiben. Ein Gericht muss jetzt prüfen, ob Bettini starten darf.

Deutschland Innenminister Wolfgang Schäuble kündigte daraufhin an, die finanzielle WM-Unterstützung des Bundes von 150.000 Euro auf Eis zu legen.