Valencia: Tausende demonstrieren gegen Ethikunterricht auf Englisch

 

In Valencia (3.000), Castellón (1.000) und Alicante (3.000) forderten die insgesamt rund 7.000 Demonstranten, das Fach in Spanisch oder Valenciano zu unterrichten, und nicht wie bisher in Englisch.

Der konservativen Regierung in Valencia wird unterstellt, das Fach nur deshalb auf Englisch unterrichten zu lassen, weil man es im Grunde als "unkatholisch" ablehne.

Hintergrund: Der Ethikunterricht (Bürgerkunde) war in diesem Schuljahr von der sozialistischen Regierung in Madrid verbindlich eingeführt worden, die Ausführung liegt aber bei den Autonomen Regionen.

FORUM: Ethikunterricht auf Englisch – was soll das?

Hauptangriffspunkt der Demonstranten: Weder Lehrer noch Schüler sprechen und verstehen im Land Valencia genügend Englisch, um die Inhalte der neuen Bürgerkunde lehren und lernen zu können.

Spötter sagen: Jetzt spüren die Valencianer am eigenen Leib, wie es ist, in einer Fremdsprache unterrichtet zu werden. Denn unerbittlich muten sie tausenden von Castellano-sprechenden spanischen und ausländischen Kindern seit Jahren Unterricht in ihrer Landessprache Valenciano zu – obwohl diese Sprache nur eine Minderheit im Land Valencia spricht.

Warum valencianische Lehrer und Schüler (ab 13 Jahren) allerdings so geringe Englischkenntnisse haben, ist ein anderes Rätsel des spanischen Schulsystems. Englisch wird angeblich bereits ab dem ersten Schuljahr gelehrt, teilweise sogar schon in den Vorschulen.

Das Niveau der Fremdsprachen in Spanien gilt allerdings allgemein als extrem niedrig, die Schulabbrecherquote ist mit rund 40 Prozent extrem hoch.

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