Unwetter in Spanien: Vier Menschen tot, weiter Alarm

Am Sonntag flauten die Stürme, die am Samstag auf Teneriffa und Gran Canaria begonnen hatten, allmählich ab.

Die Behörden in Spanien und Portugal hielten ihre Unwetterwarnungen aber vorerst aufrecht.

In der Nacht hatten Orkanböen Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern erreicht. Im Norden Spaniens wurden in der Gegend von Burgos zwei Männer getötet, die mit einem Auto gegen einen umgestürzten Baum geprallt waren, der auf der Fahrbahn lag.

Bei Ourense im Nordwesten des Landes wurde eine 82-jährige Frau von einer umstürzenden Mauer erschlagen. Im Norden Portugals tötete in der Gegend von Porto ein abbrechender Ast einen zehnjährigen Jungen.

Orkanböen entwurzelten zahllose Bäume, rissen Strommasten um und deckten Dächer ab. Im Baskenland erreichte der Sturm nach Angaben der Behörden Geschwindigkeiten von bis zu 170 Stundenkilometern. Die Regionalregierung hatte die baskische Bevölkerung aufgerufen, nach Möglichkeit in den Wohnungen zu bleiben.

In mehreren Orten in Nordwestspanien fiel die Stromversorgung aus, nachdem Bäume auf Hochspannungsleitungen gestürzt waren. Der Bahnverkehr wurde auf mehreren Strecken unterbrochen.

Das Unwetter war in der Nacht zum Samstag über die Kanarischen Inseln hinweggezogen. Dort waren aber keine größeren Schäden registriert worden. Die Orkanböen erreichten dort Geschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern. Auf den Flughäfen von La Palma, La Gomera und Teneriffa-Nord wurden zahlreiche Flüge abgesagt.

Vom Atlantischen Ozean her griff das Sturmtief auf das Festland der Iberischen Halbinsel über. In Spanien hatten die Behörden praktisch für das ganze Land Unwetteralarm gegeben.

Für die Regionen an der Atlantikküste wurde die höchste Alarmstufe ausgelöst. Für Lastwagen war ein Fahrverbot verhängt worden.

Die spanische Regierung richtete ein Krisenkomitee unter dem Vorsitz von Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba ein.

Meteorologen hatten von einer „explosiven Wetterlage“ und einer „meteorologischen Bombe“ gesprochen. Sie warnten, dass die Orkanstürme von kurzer Dauer, aber sehr intensiv sein würden. Das Unwetter war durch ein relativ ungewöhnliches Aufeinandertreffen von zwei Sturmtiefs ausgelöst worden. (SAZ, dpa)

Foto: Au Tiger 01 (Flickr)