In Motril (Granada) wurde jetzt eine Richterin zu einem Jahr Berufsverbot und 103.000 Euro Geldstrafe verurteilt, weil sie einen Unschuldigen im Gefängnis schlicht und einfach vergessen hatte. 

Ganze 15 Monate musste der 32-Jährige Arbeitslose hinter Gittern ausharren, obwohl er schon lange freigesprochen worden war. Die Richterin hätte nach dem Prozess "vergessen", der Gefängnisleitung Bescheid zu geben. 

Bei einer Routinekontrolle wurden die Behörden schließlich auf den Fehler aufmerksam. Der Häftling konnte selbst sein Recht nicht einfordern, weil er Analphabet ist und das Gerichtsurteil nicht lesen konnte. 

Außerdem hatte er nicht damit gerechnet, wegen Mangel an Beweisen freigesprochen zu werden. Eine Untersuchung hat ergeben, dass die Richterin bereits in zwei anderen Fällen Entlassungen mit 30 und 35 Tagen Verspätung angewiesen hatte.