Hamburg (ots) – Der amtierende Hamburger Bürgermeister und designierte Finanzminister
Olaf Scholz (SPD) hat bei den Beliebtheitswerten in seiner Stadt
drastisch verloren. Das berichtet die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer
Hamburg-Ausgabe. Waren vor zwei Jahren noch zwei von drei Hamburgern
(69 Prozent) zufrieden mit der politischen Arbeit ihres
Bürgermeisters, ist es aktuell nur noch jeder Zweite (51 Prozent).
Der Anteil der Unzufriedenen ist im gleichen Zeitraum von 24 auf 42
Prozent gestiegen. Das geht aus einer Umfrage des
Politikforschungsinstituts Policy Matters im Auftrag der ZEIT hervor.
Ein wesentlicher Grund für das abnehmende Vertrauen in den
Bürgermeister ist offenbar der G20-Gipfel im vergangenen Jahr. Jeder
zweite Befragte erklärt, er vertraue dem Bürgermeister seither
weniger als zuvor.

Die repräsentative Umfrage ergab, dass auch die SPD in der
Wählergunst verlor. Kam die Partei bei der Bürgerschaftswahl 2015
noch auf 45,6 Prozent der Stimmen, wären es nur noch 28 Prozent, wenn
an diesem Sonntag in Hamburg gewählt würde. Für die in Hamburg
traditionell starke SPD wäre es das schlechteste Ergebnis ihrer
Geschichte. Die CDU, die bei der Wahl 2015 nur 15,9 Prozent der
Stimmen erhalten hatte, käme auf 22 Prozent. Die Grünen würden ein
Rekordergebnis von 15 Prozent erreichen, die Linke kämen auf 14
Prozent, die AfD auf 10 Prozent und die FDP auf 8 Prozent.

Als wichtigstes politisches Thema sehen die Hamburger das bezahlbare
Wohnen. 64 Prozent der Befragten halten es für eines der vordringlich
zu lösenden Probleme, dass Wohnen nicht noch teurer wird. Mit
deutlichem Abstand folgen die Themen Flüchtlinge und Ausländer (27
Prozent), Kriminalität/Innere Sicherheit (25 Prozent), Kitas und
Schulen (20 Prozent) und die Verkehrssituation (18 Prozent).

Auf Scholz’ designierten Nachfolger als Bürgermeister, den
SPD-Fraktionschef Andreas Dressel, blicken die Wähler mit Skepsis.
Nur jeder Fünfte glaubt, dass Dressel ein guter Bürgermeister wird.
Die Mehrheit der Befragten gibt an, Dressel nicht zu kennen oder ihn
nicht beurteilen zu können. Auch seine bisherige Arbeit als
Fraktionschef bewerten mehr Wähler skeptisch (35 Prozent) als
zufrieden (32 Prozent). Für die Umfrage hat Policy Matters im Auftrag
der ZEIT zwischen dem 23. Februar und dem 2. März 1025 Hamburger
Wahlberechtigte befragt.

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