Ist dies ein Zeichen, dass die Namen der McCanns bald von der Liste der Verdächtigen gestrichen werden, wie die Daily Mail spekuliert? Kate und Gerry McCann bezeichneten die Erklärung Alipio Ribeiros als „fantastische Neuigkeiten“.

Gerry: „Wir brauchen endlich einen Durchbruch, und dies könnte einer sein.“ Vielleicht könne man sich nun wieder darauf konzentrieren, die verschwundene Maddie zu suchen – und auch zu finden. 

Polizei-Chef: „Ich denke, wir haben ein wenig überstürzt gehandelt“

Die Aussage Ribeiros, die er in einem Radiointerview machte und die über Nachrichtendienste weltweit verbreitet wurden, war ein schönes Geburtstagsgeschenk für die McCanns, die am Samstag den dritten Geburtstag ihrer Zwillinge Sean und Amelie feierten. In Radio Renascenca sagte der Portugiese: „Ich denke, sie wurden vorschnell zu Verdächtigen gemacht, es hätten weitere Ermittlungen geführt werden sollen … wir handelten ein wenig überstürzt.“

Eigentor der Polizei? McCanns hoffen nun auf neue Hinweise 

Dies ist die erste offizielle Einlassung der Portugiesen, dass es womöglich Fehler bei den Ermittlungen im Fall Maddie gegeben hat. Bislang hielt man es für ausgemachte Sache, dass die McCanns am Verschwinden ihrer Tochter beteiligt waren. Offenbar rückt man nun von dieser rein auf Indizien gestützten Version ab – oder man hat die Hoffnung aufgegeben, sie je beweisen zu können.

Denn nicht zuletzt der Verdächtigen-Status trieb die McCanns zurück nach England, und die portugiesische Polizei hat aktuell größte Schwierigkeiten, sie erneut zu verhören – somit hätte sich die Polizei ein klassisches Eigentor geschossen.

Carlos Pinto de Abreu, der Anwalt der McCanns in Portugal, hatte bereits in der Vergangenheit gesagt, die Polizei führe eine schmutzige Kampagne gegen die McCanns. Sie seien im September überstürzt zu Verdächtigen erklärt worden – nur wenige Tage, bevor ein neues Gesetz dies verhindert hätte.

Generalstaatsanwalt Fernando Pinto Monteiro hatte bereits zugegeben, dass Kate und Gerry nach dem neuen Gesetz wohl kaum zu Verdächtigen erklärt worden wären – die Beweislage sei einfach zu dürftig.

Nun hoffen die McCanns auf neue Hinweise im Fall ihrer Tochter. Denn viele Informationen, so denken sie, seien bislang möglicherweise zurückgehalten worden, weil viele Portugiesen ohnehin an die Schuld der McCanns glaubten.