Über Schwule und Päderasten. Bischof treibt es auf die Spitze.

Die spanische Hauptstadt war am Samstag Schauplatz einer Demonstration zum Schutz der “christlichen Familie”. Mehrere hunderttausend Menschen folgten der Aufforderung der katholischen Kirche, für den Fortbestand der traditionellen Familie auf die Straβe zu gehen.

Kardinal Antonio Cañizares warf bei dieser Gelegenheit der sozialistischen Regierung unter Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero vor, die Zukunft der Gesellschaft zu bedrohen, indem sie Gesetze einführen, die in revolutionärer Weise die christliche Familie “in Gefahr” bringen würden. Unter anderem bezog sich das Kirchenoberhaupt auf die Homo-Ehe und die Blitzscheidung. 

An der Demonstration, die auch von Papst Benedikt unterstützt wurde, nahmen rund anderthalb Millionen Menschen teil. Viele kritisierten auf Transparenten die Homo-Ehe und das Abtreibungsrecht.

Erst kürzlich hatte sich der Bischof von Teneriffa, Bernardo Álvarez, abschätzig über Homosexuelle geäuβert, die er mit Kinderschändern verglich. Mit seinen Bemerkungen sorgte er in ganz Spanien für heftige Kritik. Laut Álvarez seien Schwule “ebenso krank wie Päderasten”. Homosexualität schade der Gesellschaft, und diese müsse dafür bezahlen. Auf die Spitze trieb es der Geistliche mit der Bemerkung, viele Minderjährige würden sexuellen Missbrauch wünschen und sogar suchen. 

Die Regierung kritisierte diese Äuβerungen als unpassend und verantwortungslos. Seine fundamentalistische Linie müsse selbst Katholiken vor den Kopf stoβen. Die Schwulen- und Lesbenverbände sprachen von einem “völlig hasserfüllten Geistlichen”, dessen Bemerkungen nichts in einer modernen Gesellschaft zu suchen hätten. Der Bischofssitz hingegen verteidigte Álvarez: Seine Worte seien falsch interpretiert worden.