“Tyrannenjäger” Garzón will Versetzung nach Den Haag

Der 54-Jährige habe ein Angebot vom Chefankläger des Tribunals in Den Haag, Luis Moreno Ocampo, erhalten, verlautete am Dienstag aus Justizkreisen in Madrid.

Garzón hatte 1998 die Festnahme des chilenischen Ex-Diktators Augusto Pinochet erwirkt und sich damit weltweit einen Namen als „Tyrannenjäger“ gemacht.

In Spanien sind mehrere Ermittlungsverfahren gegen ihn anhängig. Die Justiz legt dem Richter unter anderem zur Last, mit seinen Untersuchungen zu Verbrechen der Franco-Diktatur (1939-1975) seine Befugnisse überschritten und das Recht gebeugt zu haben.

Bei einem Schuldspruch droht dem berühmtesten spanischen Richter ein 20-jähriges Berufsverbot. Die politische Linke in Spanien sieht in den Verfahren ein Kesseltreiben rechtsgerichteter Kreise gegen Garzón.

Nach der Offerte aus Den Haag soll der Richter sieben Monate lang für den Chefankläger als externer Berater arbeiten. Bei einem Wechsel könnte er seine Richterstelle in Madrid behalten. Allerdings würde eine Versetzung auch nichts an den gegen Garzón laufenden Ermittlungen ändern, hieß es in Madrid. (dpa, SAZ)

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