Frankfurt/Berlin (ots) – Portraits aus Abstandsband am Berliner Hauptbahnhof und auf einem Info-Truck, daneben der Hinweis “Mein Lockdown geht immer in Verlängerung. Ich bin Typ-2-isoliert.”. Mit einer Tape-Art-Aktion im Rahmen der Aktionswoche “Typ-2-Isolation” vom 7. bis 11. Juni setzte Sanofi Genzyme ein Zeichen für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, chronische Nasennebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen und Neurodermitis. Weiterer Bestandteil war der Rundgang durch eine virtuelle Galerie und eine anschließende Paneldiskussion am 9. Juni 2021. Verschiedene Expertinnen und Experten nahmen unterschiedliche Krankheitsbilder mit zugrundeliegender Typ-2-Entzündung sowie die aktuelle Versorgungssituation der Patientinnen und Patienten genau unter die Lupe. Dabei wurde deutlich: Vieles läuft noch nicht optimal. Um die Betroffenen aus ihrer sozialen Isolation zu befreien, sind Politik, Wissenschaft und Gesellschaft gleichermaßen gefragt.

Nahezu jeder kennt jemanden, der an Asthma leidet oder von Neurodermitis betroffen ist. Kein Wunder, denn allein in Deutschland leben rund vier Millionen Menschen mit Asthma.[1] “Etwa jedes vierte Baby oder Kleinkind in Deutschland ist an Neurodermitis erkrankt, etwa jede oder jeder 12. Jugendliche und jede oder jeder 25. Erwachsene”, berichtet PD Dr. Dr. Alexander Zink, Dermatologe an der TU München.[2] Dass beide Erkrankungen gewissermaßen miteinander verwandt sind, wissen die wenigsten. Die Rede ist von der Typ-2-Entzündung, die auch an weiteren chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie beispielsweise der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen beteiligt sein kann.

Typ-2-Entzündung: Was steckt dahinter?

Die Typ-2-Entzündung basiert auf einem Ungleichgewicht des Immunsystems, ausgelöst durch kleine Botenstoffe im Körper, sogenannte Interleukine. Diese werden vermehrt ausgeschüttet und fördern die überschießende Reaktion des Immunsystems, welches daraufhin mit einer chronischen Entzündung reagiert.[3-8] Es kommt zu den typischen Krankheitssymptomen. Oftmals entwickeln Patientinnen und Patienten mit zugrundeliegender Typ-2-Entzündung im Laufe ihres Lebens weitere Erkrankungen. So kann sich zu einer bestehenden Neurodermitis plötzlich Asthma und/oder eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen hinzugesellen.[9-13]

Von der Typ-2-Entzündung in die Typ-2-Isolation

Neben den körperlichen Einschränkungen wie Atemnot, Erschöpfung oder quälendem Juckreiz leiden die Betroffenen meist auch unter psychischen Belastungen: “Neurodermitis ist nicht nur Juckreiz. Auch Ekzeme an nicht zu verdeckenden Stellen wie im Gesicht und an den Armen schränken Betroffene ein. Jugendliche leiden besonders. Sie tragen dann oft langärmlige Kleidung, gehen nicht ins Schwimmbad und meiden den Sommer. Manchmal haben schwer Betroffene derartige Schmerzen, dass selbst Duschen nicht möglich ist. Nachts raubt der Juckreiz ihnen den Schlaf, am nächsten Tag sind sie dann unkonzentriert in der Schule oder im Beruf”, gibt Sabine Jossé, die Rückmeldung der Leserinnen und Leser von MeinAllergiePortal wieder. All das kann dazu führen, dass Betroffene sich mehr und mehr zurückziehen und soziale Kontakte meiden: Sie sind in “Typ-2-Isolation”. Psychotherapeut Dr. Christian Lüdke weiß: “Für die Psyche ist das eine unglaubliche Belastung, die zu enormem emotionalem Stress führt. Deshalb leiden Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Entzündung auch häufig an Angst oder Depressionen als typische psychische Belastungsreaktion.”[14-17] Ein Gefühl dafür, wie es sich anfühlt, isoliert zu sein, nicht dem gewohnten Alltag nachgehen zu können, haben die meisten Menschen pandemiebedingt seit dem letzten Jahr erfahren. Während für Viele das normale Leben irgendwann wieder weitergeht, bleiben Menschen mit Typ-2-Entzündung dauerhaft in ihrem persönlichen Lockdown.

Aufklärung und interdisziplinäre Vernetzung sind essenziell

Damit sich die Situation für Betroffene langfristig verbessert, gibt es noch viel zu tun. Mit seinem Programm rund um die Aktionswoche hat Sanofi Genzyme bereits einen wichtigen Anstoß gegeben: “Wir wollen über Typ-2-vermittelte Erkrankungen aufklären, damit verbundene Einschränkungen in der Lebensqualität aufdecken und letztlich den betroffenen Menschen eine Stimme geben”, erklärt Hanna Hennes-Rauth, Head of Public Affairs Immunology bei Sanofi Genzyme. Vor allem müssten Betroffene relevante Informationen leichter zugänglich gemacht werden. “Dabei dürfen wir diejenigen, die bereits aufgegeben haben, nicht vergessen”, so Sabine Jossé. Hier lohne sich laut Telse Friccius, Director BU Communications bei Sanofi Genzyme, der Blick über den Tellerrand, um Betroffenen, aber auch Angehörigen und breiter Öffentlichkeit einen anderen Zugang zu den Erkrankungen zu ermöglichen. “In den Instagram-Kanälen Leben mit Neurodermitis (https://www.instagram.com/leben_mit_neurodermitis.info/)oder Asthma-Aktivisten (https://www.instagram.com/asthma_aktivisten/) hat sich schon eine Community gebildet, die sich sehr lebendig austauscht.” Auch bei der Patientenversorgung gibt es durchaus Optimierungsbedarf: “Eine wichtige Herausforderung der Medizin ist die interdisziplinäre Vernetzung. Wer sich als Dermatologe nur auf den Juckreiz limitiert und die Beeinträchtigung der Lebensqualität gar nicht abfragt, fördert Unzufriedenheit beim Patienten”, findet Dr. Zink.

Politik, Wissenschaft und Gesellschaft müssen an einem Strang ziehen

Im Bereich von therapeutischen Möglichkeiten und Krankheitsverständnis hat sich im Laufe der letzten Jahre einiges getan. Daher ermutigt Zink alle Betroffenen eine Fachärztin oder einen Facharzt aufzusuchen, über die mit der Krankheit verbundenen Belastungen zu sprechen und gemeinsam eine geeignete Behandlung zu finden. “Es gibt zwar gute Schulungen, aber sie werden nicht flächendeckend angeboten”, ergänzt Sabine Jossé. Damit Betroffene aus ihrer sozialen Isolation ausbrechen können, sind langfristige und effektive Behandlungs- und Versorgungskonzepte notwendig. Ein umfassendes Versorgungskonzept mit modernen Therapien trägt langfristig zum Therapieerfolg und zur Entlastung des Gesundheitssystems bei. Es unterstützt zudem Betroffene dabei, ihren Alltag in Beruf, Familie und Freundeskreis ohne Einschränkungen leben können. Um dies zu erreichen, müssen Politik, Wissenschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen. Nur so haben Betroffene die Chance auf mehr Teilhabe am sozialen Leben sowie eine spürbar verbesserte Lebensqualität!

Die virtuelle Ausstellung Rund um die Typ-2-Isolation ist für Interessierte weiter geöffnet: http://app4event.de/san/typ-2-isolation/

Quelle

Typ-2-Isolation – Wenn Asthma, Neurodermitis und Co. zum Lockdown in Dauerschleife werden, 09. Juni 2021; Veranstalter Sanofi Genzyme

Referenzen

1 Akmatov MK et al. Versorgungsatlas Bericht Nr. 18/08. Berlin 2018. DOI: 10.20364/VA-18.08. https://www.versorgungsatlas.de/themen/alle-analysen-nach-datum-sortiert/?tab=6&uid=92, [letzter Zugriff 21 April 2021]

2 Schmitt J, Schmitt NM, Kirch W, Meurer M. Significance of atopic dermatitis in outpatient medical care. Analysis of health care data from Saxony. Hautarzt. 2009; 60: 320-27.

3 Kaiko GE et al. Immunology 2008; 123:326-338

4 Eyerich K, Eyerich S. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2018; 32:692-703

5 Raphael I et al. Cytokine 2015; 74:5-17

6 Nakayama T et al. Annu Rev Immunol. 2017; 35:53-84

7 Coates LC et al. Semin Arthritis Rheum. 2016; 46:291-304

8 Gandhi NA et al. Expert Rev Clin Immunol. 2017; 13(5):425-437

9 Silverberg JI et al. Ann Allergy Asthma Immunol 2018; 121(5): 604-612

10 Khan A et al. Rhinology 2019, 57: 32-42

11 Heffler E et al. J Allergy Clin Immunol 2018; 5: 1462-1468

12 Simpson E et al. “Chronicity, comorbidity, and life course impairment in atopic dermatitis: Insights from a cross-sectional study in US adults.,” in 25th European Academy of Dermatology and Venereology (EADV) Congress, Vienna, 2016

13 Shaw DE et al. Eur Respir J 2015; 46(5): 1308-1321

14 Rand C et al. J Allergy Clin Immunol 2012; 129(301): 136-141

15 Simpson E et al. Am Acad Dermatol 2016; 74(3): 491-498

16 Rudmik L & Soler Z. JAMA Dermatology 2015; 314: 9: 926-939

17 Stull DE et al. Curr Med Res Opin 2007; 23(4): 811-9

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