TV-Krieg: Ein fast normales Wochenende

Während Digital Plus am Samstag bis 18 Uhr das Spiel Barcelona gegen Sevilla für das Bezahlfernsehen verkaufte, übertrug letztlich La Sexta das Spiel am Abend live und frei empfangbar.

Am Sonntag wurden alle Spiele so übertragen, wie sich der Liga-Verband das vorgestellt hatte – es war einfach so, wie in der vergangenen Saison. Damit erlebte der Medienkonzern Sogecable (Digital Plus, Canal+) eine seiner bittersten Niederlagen. Denn Sogecable hatte bis zuletzt gegen eine Übereinkunft zwischen den Produktionsfirmen Mediapro und Audiovisual Sport (AVS) angekämpft, die genau diese Lösung vorsah.

Hintergrund: Sogecable hält 80 Prozent der Anteile an AVS. Anteilspartner TV3, ein katalanischer Regionalsender, hält 20 Prozent und darf laut Satzung den Geschäftsführer stellen. Der wurde in der Vergangenheit von Sogecable geflissentlich „übersehen“, und obwohl Entscheidungen bei AVS nur mit einer Mehrheit von 85 Prozent gefällt werden dürfen, sprach Sogecable ungeniert im Namen von AVS.

In Briefen an alle Vereine forderte Sogecable dazu auf, die Entscheidung von AVS, im Streit um die TV-Rechte nachzugeben, nicht anzuerkennen. Das taten die Vereine nun aber doch. Am Donnerstag kommt es nun zur lange erwarteten Sitzung des Verwaltungsrates von AVS, der von Sogecable bislang laut Insidern boykottiert worden war – das Gremium hatte demnach zuletzt im Mai getagt.