Tschad: Kinder waren keine Waisen, Piloten immer noch in Haft

Zapatero habe Präsident Idriss Déby Itno in dem Gespräch am Montagabend für die Freilassung von vier spanischen Stewardessen gedankt, verlautete aus Regierungskreisen in Madrid. Zudem habe er sich besorgt über das Schicksal von drei noch inhaftierten Spaniern geäußert und um deren „bestmögliche Behandlung“ gebeten.

Der Flugbegleiter und zwei Piloten wurden am Montag von einem Gericht in Tschads Hauptstadt N´Djamena befragt. Die Anhörung sei gut verlaufen, zitierte die spanische Zeitung „El Mundo“ auf ihrer Internetseite den Piloten. Der Verteidiger wollte demnach am Dienstag die vorläufige Freilassung der drei Spanier beantragen. Die Regierung in Madrid geht davon aus, dass sie unschuldig sind und hofft auf eine rasche Freilassung.

Wegen der angeblich geplanten Entführung von 103 afrikanischen Kindern waren im Tschad 17 Europäer festgenommen worden, sieben von ihnen durften inzwischen in ihre Heimatländer zurückkehren. Den anderen drohen im Falle einer Verurteilung im Tschad teils hohe Haftstrafen. Die Mitarbeiter von Arche de Zoé hatten behauptet, dass die Kinder Waisen aus dem Sudan wären, die „vor dem sicheren Tod“ bewahrt werden sollten. Mitarbeiter der Vereinten Nationen und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) stellten aber fest, dass die meisten Kinder aus dem Tschad stammten und Angehörige hätten.