Tragödien auf Hoher See: Immer mehr tote Bootsflüchtlinge

Bei der Überfahrt vom westafrikanischen Festland auf die Kanarischen Inseln sind am Freitag vier afrikanische Bootsflüchtlinge ums Leben gekommen. 

55 Bootsinsassen konnten nach spanischen Behördenangaben gerettet werden, befanden sich aber in einer schwachen körperlichen Verfassung. 

Die Küstenwache entdeckte das Flüchtlingsboot demnach kurz vor der Insel La Gomera. Eine Behördensprecherin sagte, die Menschen stammten offenbar aus schwarzafrikanischen Ländern. 

Die Leichen werden einfach über Bord geworfen

Bereits in der Nacht zum Donnerstag waren 15 afrikanische Bootsflüchtlinge auf dem Weg nach Spanien gestorben, darunter neun Kleinkinder. Die Leichen wurden einfach über Bord geworfen. 

NEWS: 15 Menschen sterben bei Überfahrt. Leichen über Bord geworfen

33 weitere Insassen des Bootes konnten vor der südspanischen Küste von einem Patrouillenboot der Polizei gerettet werden. 

Viele Menschen überleben die lebensgefährliche Überfahrt nicht

Immer wieder versuchen Menschen aus verarmten und von Kriegen geschüttelten afrikanischen Regionen auf abenteuerliche Weise, nach Europa zu gelangen. Viele Menschen überleben die gefährliche Flucht auf dem Seeweg nicht. 

Im vergangenen Jahr starben nach Angaben der Organisation für Menschenrechte in Andalusien insgesamt 921 Flüchtlinge, die nach Spanien wollten.

Spanien zählt zu den Hauptzielen illegaler Einwanderer. Nachdem im Rekordjahr 2006 mehr als 31.000 Flüchtlinge auf den Kanarischen Inseln ankamen, ging die Zahl im vergangenen Jahr um 60 Prozent zurück. 

Grund dafür sind stärkere Kontrollen der spanischen Küstenwache und neue Rückführungsabkommen mit afrikanischen Staaten.