Torjubel ohne Chicharito, Gruß an Messi! “Barca und Bayern für Real Madrid kein Problem”

Fakt ist, dass der Portugiese das goldene Tore von Chicharito mustergültig vorbereitete. Er kam über rechts, spielte einen Doppelpass mit James, zog nach innen – und passte im entscheidenden Moment auf den Mexikaner, der frei vorm Tor zum Schuss kam, auch der sensationelle Keeper Atleticos, Jan Oblak, war da schon geschlagen. Vielleicht der beste Assist in der Karriere Ronaldos.

Dass er danach erst nicht mit Chicharito feiern wollte, sondern auf eigene Rechnung jubelte, wird man Ronaldo wohl kaum verübeln. Zu viel stand für den Weltfußballer auf dem Spiel. Schließlich will Cristiano auch im kommenden Januar wieder den Goldenen Ball erobern, um mit Lionel Messi gleich zu ziehen. Da wird wohl eine Riesenlast gegen Atletico von ihm abgefallen sein.

Cristiano vergab die beste Chance

Ob er nun zu seiner Mutter und seinem Sohn jubelte, die unterm Dach des Bernabeu-Stadion in ihrer VIP-Loge zu sitzen pflegt? Fakt ist, dass man Ronaldo gleich nach dem 1-0 gen Himmel lachen sah. Chicharito lag ziemlich alleine am Boden und erwartete seine Kollegen. Immerhin Toni Kroos kam, auch Rafael Varane. Die anderen aber entschieden sich mehrheitlich für Ronaldo. Denn der Superstar wird auch die restlichen Spiele der laufenden und der kommenden Saison für Real bestreiten. Bei Chicharito kann man sich nicht sicher sein – bis zum Mittwoch galt sein Abschied im Sommer als beschlossene Sache. Der Mexikaner hatte bis zum Viertelfinale gegen Atletico erst sechs Spiele von Anfang an für Real bestritten, zwei davon im Pokal gegen den Drittligisten Cornellá.

Auch gegen Atletico vergab er einige gute Chancen, die beste allerdings versemmelte Cristiano himself kurz vor der Pause. Auch daran wird Ronaldo beim 1-0 gedacht haben.

Ramos spielte im Mittelfeld

Trainer Carlo Ancelotti erklärte nach dem Spiel: “Schon wieder gab es eine Gelegenheit, mich zu töten. Aber ich lebe immer noch.” Eine Anspielung an seine vielen Kritiker in Madrid, die ein Ausscheiden gegen Atletico als das sichere Aus für den Italiener gewertet hätten. Schon im Finale der Champions League 2014 stand Ancelotti demzufolge kurz vor dem Aus, bis Sergio Ramos nach 92 Minuten und 48 Sekunden Real doch noch in die Verlängerung brachte. Ramos spielte am Mittwoch erstmals im Mittelfeld, Ancelotti wollte nicht auf ihn verzichten. Ramos bedankte sich: “Ich mag Trainer mit Eiern, die etwas wagen.”

Der Italiener präzisierte: “Dass Sergio Ramos im Mittelfeld spielen wird, habe ich schon wenige Minuten nach der Verletzung von Luka Modric entschieden. Sergio genießt mein Vertrauen und ist ein Anführer im Team. Mit ihm mussten wir bei den gefährlichen Standardsituationen gegen Atletico weniger zittern. Er hat sich für das Team aufgeopfert, es war eine Entscheidung nur für dieses eines Spiel.”

Der kommende Gegner könnte Bayern München oder FC Barcelona heißen. Ancelotti: “Real Madrid kann mit dieser Einstellung, die wir gegen Atletico gezeigt haben, gegen jedes Team der Welt gewinnen. Ohne Probleme. Und wir können wieder auf verletzte Spieler zurückgreifen. Die Dinge werden sich zum Besseren wenden.”